„Teufel noch einmal! Schau! schau nur, Panas! ....“

„Was denn?“ sprach der Gevatter und hob ebenfalls seinen Kopf.

„Was? Der Mond ist fort!“

„Verflucht! Wahrhaftig, der Mond ist fort!“

„Das ist es ja eben,“ rief Tschub, einigermaßen ärgerlich über die unerschütterliche Teilnahmslosigkeit des Gevatters. „Du scherst dich wohl wenig drum!“

„Ja, was soll ich denn dabei machen?“

„Mußte sich da gerad so ein Teufel,“ fuhr Tschub fort und wischte sich mit dem Ärmel den Schnurrbart, „grad so ein Teufel hineinmischen! So ein Hundsfott! Daß er morgens doch nie wieder sein Glas Schnaps zu trinken kriegte! .... Wahrhaftig! Es ist zum Lachen .... Als ich in der Stube saß, da sah ich zu meinem Vergnügen zum Fenster hinaus: die Nacht war ein reines Wunder! Es war ganz hell, der Schnee leuchtete im Mondlichte und alles war so klar zu sehen wie am lichten Tag; kaum aber trete ich aus der Tür — da herrscht eine Dunkelheit, daß man die Hand vor den Augen nicht sieht! Mag er sich doch alle Zähne an hartem Buchweizenbrot ausbrechen!“

Lange noch brummte und schimpfte Tschub, zugleich aber überlegte er, wozu er sich entschließen solle. Für sein Leben gern hätte er beim Küster über dies und jenes schwatzen mögen; denn sicher saßen dort schon der Amtmann, der zugereiste Baß und der Teersieder Mikita, der alle vierzehn Tage zum Markt nach Poltawa zu fahren pflegte und solche Possen trieb, daß die Leute auf dem Dorf sich den Bauch vor Lachen hielten. Schon sah Tschub in Gedanken den süßen Branntwein auf dem Tische stehn. Freilich, all das war verlockend, aber die Dunkelheit der Nacht lockte wieder zu jenem Faulenzerleben, das jedem Kosaken so lieb ist. Wie gut wäre es jetzt, mit untergeschlagenen Beinen auf der Ofenbank zu sitzen, seine Pfeife zu rauchen und in süß umnebelndem Schlummer den lustigen Burschen und Mädeln zuzuhören, die in Scharen vor den Fenstern ihre Lieder singen und die Weihnacht preisen! Ohne Zweifel hätte er sich auch für das letztere entschieden, wenn er allein gewesen wäre; aber zu zweit war es jetzt nicht mehr so langweilig und so gruselig, mitten durch die Nacht zu gehen, auch wollte er vor dem andern nicht faul und feige erscheinen. Als er mit dem Schimpfen fertig war, wandte er sich an den Gevatter.

„Der Mond ist also weg, Gevatter?“

„Ja, er ist weg!“