„Sagen Sie bitte, wozu brauchen Sie diese Flinte? Da ist doch eine Flinte mit herausgehängt!“ Bei diesen Worten reichte Iwan Iwanowitsch seinem Freunde eine Prise. „Darf ich Sie bitten, sich zu bedienen?“
„Bitte bedienen sie sich selbst, ich nehme von meinem eigenen,“ dabei tastete Iwan Nikiforowitsch mit den Händen umher und fand endlich seine Dose. „So ein dummes Weib! Sie will die Flinte also auch auslüften? Der Jude in Sorotschintzy macht einen ausgezeichneten Tabak. Ich weiß nicht, was er hineintut — es ist so etwas Aromatisches, und erinnert ein wenig an Krauseminze. Aber bedienen Sie sich doch.“
„Hm, sagen Sie doch Iwan Nikiforowitsch, um wieder auf die Flinte zurückzukommen, was wollen Sie mit ihr anfangen? Sie brauchen sie doch nicht?“
„Ich brauche sie nicht? Ja und wenn ich nun einmal schießen will?“
„Gott behüte sie, Iwan Nikiforowitsch, wann wollen Sie denn schießen? Vielleicht beim jüngsten Gericht? So viel ich weiß und von andern erfahren konnte, haben Sie noch nie eine Ente getötet, ja Gott der Herr hat Ihnen auch gar nicht die Natur dazu gegeben, daß Sie schießen sollten. Sie haben eine stattliche Figur, ein elegantes Auftreten: wie wollen Sie in den Sümpfen umherwaten, wenn das Kleidungsstück, das ich aus Anstandsrücksichten nicht nennen möchte, schon jetzt ausgelüftet werden muß? Was wird erst dann sein? Was Sie brauchen, ist Ruhe, Erholung.“ (Wir haben schon oben erwähnt, daß Iwan Iwanowitsch ungewöhnlich schön sprechen konnte, wenn es galt, jemanden zu überzeugen. Nein, wie er redete, Herrgott, wie er redete!) „Ja, ja, Ihnen stehen nur edle Handlungen an. Was meinen Sie, wie wär’s, wenn Sie mir die Flinte geben würden?“
„Wie könnte ich! So eine teure Flinte! So eine ist für kein Geld mehr zu haben. Die stammt noch aus der Zeit, als ich in die Miliz eintreten wollte, da habe ich sie von einem Tataren erstanden, und jetzt sollte ich sie so mir nichts dir nichts weggeben? Ich bitte Sie, das ist doch ein unentbehrliches Instrument.“
„Unentbehrlich? Wozu?“
„Wozu — wozu? Und wenn nun Räuber mein Haus überfallen! Ausgezeichnet! Nicht unentbehrlich! ... Gottlob, jetzt bin ich ruhig und fürchte mich vor nichts; denn ich weiß, in meiner Kammer steht eine Flinte!“
„Eine nette Flinte, Iwan Nikiforowitsch, der Hahn ist ja total verdorben!“
„Was macht denn das? Und wenn der Hahn nun wirklich verdorben wäre! Man kann ihn doch reparieren! Man muß ihn nur ein bißchen mit Hanföl einschmieren, damit er nicht rostet!“