„Ich weiß nicht. Sie müssen jeden Augenblick eintreffen.“
„Verstecke dich, Schatz. He! Wer da! Du Mädel, komm mal her! Was fürchtest du dich, dumme Gans? Die Offiziere können jeden Augenblick hier sein! Sag ihnen, der Herr sei nicht zu Hause. Sage, daß er heute garnicht mehr zurückkommt, er sei schon ganz früh am Morgen abgereist. Hörst du, und sage es auch allen Knechten und Mägden! Geh schnell!“
Mit diesen Worten packte er eiligst den Schlafrock zusammen und lief spornstreichs in die Remise, um sich dort zu verstecken, da er hier am sichersten zu sein glaubte. Als er es sich aber in einem Winkel bequem machen wollte, sah er, daß er auch hier noch bemerkt werden könne. „Das da wird besser sein,“ schwirrte es ihm durch den Kopf; sofort ließ er das Trittbrett der gerade dastehenden Equipage herunter, sprang in sie hinein, schlug die Türe hinter sich zu, bedeckte sich vorsichtshalber mit dem Vorhang und dem Lederschurz und saß mäuschenstill da, indem er sich in seinen Schlafrock hüllte und niederkauerte.
Unterdessen waren die Wagen bei der Terrasse vorgefahren. Der General stieg heraus und schüttelte sich tüchtig. Nach ihm erschien der Oberst, der den Federbusch auf seiner Mütze zurechtrückte. Dann sprang der dicke Major mit dem Säbel unter dem Arm heraus, sodann entstiegen die schlanken Leutnants mitsamt dem Fähnrich, der auf ihren Armen gesessen hatte, dem Bon-Voyage, und endlich saßen die drei Reiter ab.
„Der Herr ist nicht zu Hause!“ sagte der Lakai, der sich auf die Terrasse hinausbegeben hatte.
„Wieso nicht zu Hause? Er kommt aber doch zum Mittagessen?“
„Nein, der Herr ist für den ganzen Tag verreist. Er wird frühestens morgen um diese Zeit zurückerwartet!“
„Da haben wir’s!“ sagte der General. „Wie kommt denn das?“
„Das muß ich sagen, das ist aber ein schöner Streich,“ sagte der Oberst lachend.
„Nein, wie kann man nur so etwas tun?“ fuhr der General ziemlich ärgerlich fort.