„Weshalb gehören sie uns nicht?“
„Sie sind jetzt an die Juden verpachtet. Wenn man die Juden nicht erst bezahlt, kann man keine Messe mehr darin abhalten.“
„Was faselst du?“
„Und wenn so ein Judenhund mit seiner unreinen Hand nicht ein Zeichen über die Hostie macht, kann man auch kein Ostern mehr feiern.“
„Er lügt, Brüder, es ist unmöglich, daß der unreine Jude ein Zeichen über die Hostie macht!“
„Hört zu, ich werde euch noch ganz andere Dinge erzählen. Katholische Geistliche fahren jetzt in Bauernwagen in der Ukraine herum. Das ist ja freilich noch kein Unglück, daß sie in Bauernwagen herumfahren; wohl aber das, daß sie statt der Pferde rechtgläubige Christen vorspannen. Ja, noch mehr hört mal weiter: man erzählt, daß sich die Judenweiber Röcke aus den Gewändern der Geistlichen nähen! So liegen die Dinge in der Ukraine! Und ihr sitzt hier in der Sjetsch und unterhaltet euch! Ja, man sieht, der Tatar hat euch einen solchen Schrecken eingeflößt, daß ihr weder Augen noch Ohren noch sonst etwas habt, daß ihr nichts davon merkt, was in der Welt vorgeht!“
„Halt, halt,“ unterbrach ihn hier der Hetman, der bis dahin mit zu Boden gesenkten Augen dagestanden hatte, wie alle Saporoger, die sich bei wichtigen Angelegenheiten nie von dem ersten Eindruck hinreißen lassen, sondern schweigen, bis ihre Erbitterung im stillen um so mächtiger anschwillt. „Hör auf, hör auf, hier habe ich auch noch ein Wort mitzureden. Und was habt ihr — der Teufel soll eurem Vater das Fell gerben — was habt ihr getan? Hattet ihr denn keine Säbel, he? Wie konntet ihr denn solche Niederträchtigkeiten zulassen?“
„Wie man eine solche Niederträchtigkeit unbestraft lassen kann! He? Versuch doch nur was anzufangen, wo uns allein fünfzigtausend Polen gegenüberstanden. Und dann, wir wollen unsere Schande nicht verheimlichen; es gab auch Hunde unter uns, die schon den feindlichen Glauben angenommen hatten!“
„Und was taten euer Hetman und eure Heerführer?“
„Unser Hetman hat etwas getan, wovor uns alle Gott bewahre!“