„Hat denn der Herr nicht gehört, daß schon ...“

„Ich weiß, ich weiß alles, man bietet zweitausend Dukaten für meinen Kopf. Was verstehen die Narren von Preisen! Ich werde dir fünftausend Dukaten geben.

Da hast du gleich zweitausend (Bulba schüttete zweitausend Dukaten aus seinem ledernen Beutel), die übrigen erhältst du, sowie ich zurückgekehrt bin.“

Der Jude ergriff sofort ein Handtuch und bedeckte die Dukaten damit. „Ä schönes Geld, ä feines Geld,“ sagte er, drehte einen Dukaten in der Hand herum und prüfte einen zweiten mit den Zähnen. „Ich denke, der Mensch, dem der Herr so schöne Dukaten abgenommen hat, hat keine Stunde mehr gelebt; er ist gleich zum Fluß gegangen und hat sich ertränkt — nachdem er so herrliche Dukaten gehabt hat!“

„Ich würde dich nicht in Anspruch nehmen, vielleicht hätte ich auch allein den Weg nach Warschau gefunden; aber die verfluchten Polen könnten mich irgendwo erkennen und gefangen nehmen, denn ich verstehe mich nicht auf Listen und Kunststücke. Ihr Juden aber seid dafür wie geschaffen. Ihr könnt den Teufel selbst hinters Licht führen, ihr beherrscht alle Kniffe. Jetzt weißt du, weshalb ich zu dir gekommen bin. Ja, und ich allein würde ja auch in Warschau nichts ausrichten. Spann also sofort an und bringe mich nach Warschau!“

„Der Herr denkt wohl, das geht so einfach? Man braucht wohl nur die Stute anzuspannen und zu rufen: „He, holla los“! Glaubt denn der Herr, daß man ihn so mitnehmen kann, ohne ihn zu verstecken?“

„Nun, so verstecke mich — tu was du willst! Steck mich meinetwegen in ein Faß!“

„Ei, ei! Meint der Herr, daß man ihn stecken kann in ein leeres Faß? Weiß denn der Herr nicht, daß jeder denken wird, es sei Branntwein darin!“

„Schön, laß ihn doch denken, daß Branntwein darin ist!“

„Wie! Er soll denken dürfen, daß Branntwein darin ist?“ rief der Jude aus, ergriff seine Locken mit beiden Händen und hob sie m die Höhe.