„Nun, wie steht’s, Mütterchen,“ sagte der Philosoph, während er der Alten folgte, „wenn du, sozusagen ... bei Gott, mir ist’s, als ob mir jemand mit einem Wagen im Magen herumfährt. Seit heute morgen habe ich keinen Bissen im Munde gehabt!“
„Sieh einer an, was der für Gelüste hat,“ sagte die Alte, „nein, ich habe nichts, und der Ofen ist heute auch gar nicht geheizt worden.“
„Wir würden ja morgen alles gehörig bezahlen,“ fuhr der Philosoph fort, „wahrhaftig — bar bezahlen.“ Und er setzte leise hinzu: „Hol dir’s doch vom Teufel.“
„Vorwärts, vorwärts, seid zufrieden mit dem, was man euch gibt. Daß mir der Teufel auch solch feine Herren zuführen mußte!“
Bei diesen Worten wurde es dem Philosophen Choma ganz wehmütig ums Herz, plötzlich aber witterte seine Nase den Geruch von getrockneten Fischen. Er warf einen Blick auf die Hosen des Theologen, der neben ihm ging, und sah, daß ihm ein riesiger Fischschwanz aus der Tasche ragte.
Der Theologe hatte nämlich schon Zeit gefunden, eine ganze Karausche aus der Fuhre wegzustibizen. Da dies aber nicht aus Habgier, sondern mehr aus Gewohnheit geschehen war, hatte er seine Karausche längst vergessen und spähte schon wieder nach allen Seiten, was er nun noch erwischen könnte: selbst ein zerbrochenes Rad war nicht sicher vor ihm. Der Philosoph Choma steckte daher seine Hand in Haljawas Tasche, als sei’s seine eigene, und holte die Karausche hervor.
Die Alte hatte die Burschen bald untergebracht: der Rhetor kam in die Hütte, der Theologe in eine leere Kammer, und den Philosophen führte sie in einen Schafstall.
Als der Philosoph allein war, verspeiste er sofort die Karausche, untersuchte die geflochtenen Wände des Stalls, versetzte einem neugierigen Schwein, das den Rüssel aus dem anstoßenden Kober hinein steckte, einen Stoß mit dem Fuß, und legte sich auf die rechte Seite, um sofort einzuschlafen wie ein Toter. Da öffnete sich plötzlich die niedrige Tür, und die Alte trat gebückt in den Stall.
„Ah, Mütterchen! Was willst du?“ sagte der Philosoph.
Aber die Alte ging mit ausgebreiteten Armen gerade auf ihn zu.