„Danke deinem Herrn für die Grütze und die Eier und sage ihm, sobald die Bücher, von denen er schreibt, fertig sind, würde ich sie ihm zusenden; ich habe sie dem Schreiber schon zur Abschrift übergeben. Und noch was, mein Lieber, vergiß deinen Herrn nicht daran zu erinnern, daß ihr auf eurem Gut so herrliche Fische habt, besonders einen ganz ausgezeichneten Stör: er könnte mir bei Gelegenheit etwas davon schicken; bei uns auf den Jahrmärkten ist er nicht gut und zu teuer. Und du, Jantuch, gib den Leuten einen Becher Schnaps; den Philosophen aber bindet mir fest, sonst läuft er euch noch davon.“

„Sieh doch den Teufelskerl!“ dachte der Philosoph, „er hat es schon herausgeschnüffelt! So’n Schlammbeißer!“

Er ging hinunter und erblickte einen Wagen, den er zuerst für einen Getreideschuppen auf vier Rädern hielt; und wahrhaftig, er war so tief wie ein Ofen, in dem man Ziegel brennt. Dies war ein gewöhnlicher Krakauer Wagen, in dem an die fünfzig Juden samt ihrer Ware in allen Städten herumzufahren pflegen, wo sie nur einen Jahrmarkt wittern. Sechs gesunde, kräftige, ältere Kosaken erwarteten ihn. Die kurzen mit Troddeln verzierten Röcke aus feinem Tuch bewiesen, daß die Kosaken einem reichen und angesehenen Herrn dienten. Die kleinen Narben auf der Stirn ließen erkennen, daß sie im Kriege gewesen und nicht ganz ruhmlos gekämpft hatten.

„Was bleibt mir übrig! Kein Mensch kann seinem Schicksal entgehen,“ dachte der Philosoph, wandte sich an die Kosaken und rief mit lauter Stimme: „Grüß Gott, Kameraden!“

„Grüß Gott, Herr Philosoph,“ erwiderten einige von den Kosaken.

„Ich soll also mit euch zusammen fahren? Der Wagen kann sich schon sehen lassen!“ fuhr er fort und stieg ein. „Schade, daß keine Musikanten dabei sind, hier ließe sich’s gut tanzen!“

„Ja, es ist ein geräumiger Wagen,“ sagte der eine Kosak und stieg mit dem Kutscher auf den Bock. Dieser hatte statt der Mütze, die er in der Schenke gelassen, ein Tuch um den Kopf gebunden. Die übrigen fünf krochen mit dem Philosophen in die Versenkung und setzten sich dort auf Säcke, die mit allerlei Waren, welche die Kosaken in der Stadt gekauft hatten, angefüllt waren.

„Es wäre interessant, zu wissen,“ begann der Philosoph, „wieviel Pferde nötig wären, um den Wagen von der Stelle zu bringen, wenn man ihn mit allerhand Waren, etwa mit Salz oder Eisenschienen beladen würde“.

„Ja,“ sagte nach einigem Schweigen der Kosak, der auf dem Bock saß, „da wäre wohl eine große Menge dazu nötig“.

Mit dieser befriedigenden Antwort glaubte der Kosak sich das Recht erworben zu haben, den Rest des Weges über zu schweigen.