„Gut denn, gehn wir, warum auch nicht — ich habe nichts dagegen,“ antwortete der Philosoph und folgte dem Kosaken.
Der Hauptmann war schon alt. Er hatte einen grauen Schnurrbart und saß, den Kopf auf beide Hände gestützt, mit einem Ausdruck dumpfer Trauer am Tisch. Er mochte fünfzig Jahre alt sein; aber der tiefe Gram in seinen Zügen und die bleiche, schlechte Farbe bewiesen, daß sein Herz ganz plötzlich gebrochen und vernichtet, und daß all seine frühere Fröhlichkeit und das laute sorglose Leben für immer zerstört war. Als Choma mit dem alten Kosak in das Zimmer trat, nahm der Hauptmann die eine Hand vom Gesichte und nickte unmerklich mit dem Kopfe; Choma und der Kosak verbeugten sich tief vor ihm und blieben ehrfurchtsvoll an der Türe stehen.
„Wer bist du und wo kommst du her, mein Lieber. Was ist dein Beruf?“ fragte der Hauptmann nicht eben freundlich, aber auch nicht schroff.
„Ich bin ein Seminarist und heiße Choma Brut, der Philosoph.“
„Und wer war dein Vater?“
„Ich weiß es nicht, gnädiger Herr.“
„Und deine Mutter?“
„Meine Mutter habe ich auch nicht gekannt. Es ist natürlich selbstverständlich, daß ich eine Mutter gehabt habe, aber wer sie war, woher sie stammte und wo sie gelebt hat, das weiß ich bei Gott nicht, gnädiger Herr!“
Der Alte schwieg und schien einen Augenblick in Grübeleien versunken.