Die Umstehenden ließen bei diesen Worten die Köpfe hängen. Selbst ein kleiner Junge, den alle im Hof schieben und stoßen zu können glaubten, wenn es den Stall zu reinigen oder Wasser zu tragen galt — selbst dieser arme Junge sperrte das Maul auf.
In diesem Augenblicke ging eine nicht mehr ganz junge Frau vorüber, deren enganliegendes Oberkleid ihre vollen drallen Hüften sehen ließ; sie war die Gehilfin der alten Köchin und ein furchtbar kokettes Frauenzimmer, dessen Kopftuch immer mit allerhand schönen Dingen aufgeputzt war: einem Endchen Band, einer Nelke, ja sogar, wenn gar nichts Besseres zur Hand war, mit einem Stückchen Papier.
„Guten Morgen, Choma,“ sagte sie, als sie den Philosophen erblickte. „Halloh, was ist denn mit dir los!“ schrie sie auf und schlug die Hände zusammen.
„Ja was denn, dummes Weib?“
„Mein Gott, du bist ja ganz grau!“
„Herrgott, Herrgott! Sie hat wirklich recht!“ sagte Spirid und sah ihn genauer an. „Du bist wirklich ganz grau geworden, wie unser alter Jawtuch!“
Als der Philosoph dies hörte, lief er schnell in die Küche, wo er ein kleines dreieckiges und ganz von Fliegen beschmutztes Stückchen Spiegel an der Wand gesehen hatte; es war mit Vergißmeinnicht, Nelken und sogar mit einer Girlande geschmückt, was darauf hindeutete, daß es einer putzsüchtigen Kokette bei der Toilette diente. Mit Schrecken sah Choma, daß sie die Wahrheit gesprochen hatte, die Hälfte seines Kopfes war wirklich ganz weiß!
Choma Brut ließ den Kopf hängen und überließ sich seinen Gedanken. „Ich will zu dem Herrn gehen,“ sagte er endlich, „ich will ihm alles erzählen und ihm erklären, daß ich die Gebete nicht mehr lesen will. Er soll mich gleich nach Kiew zurückschicken.“
Mit diesem Entschluß ging er auf die Freitreppe des Herrschaftshauses zu. Der Hauptmann saß fast regungslos in seinem Zimmer. Der trostlose Gram, den Choma schon früher auf seinem Gesichte bemerkt hatte, verdüsterte noch immer seine Züge, und seine Wangen waren vielleicht noch etwas hohler geworden. Man sah, daß er nur wenig oder gar keine Nahrung zu sich nahm. Die ungewöhnliche Blässe gab seinem Gesicht eine geradezu steinerne Unbeweglichkeit.
„Guten Morgen, du Ärmster,“ sagte er, als er Choma erblickte, der mit der Mütze in der Hand in der Türe stehen blieb. „Nun wie geht’s? Ist alles in Ordnung?“