Podkoliessin. Richtig, Agathe Tichonowna. Wohl so ’ne vierzigjährige Jungfrau, was?
Thekla. Aber nicht doch, davon ist keine Rede. Das heißt, — heiraten Sie bloß. Jeden Tag werden Sie mich loben und mir danken.
Podkoliessin. Ach was, du schwindelst ja, Thekla Iwanowna!
Thekla. Ich bin schon zu alt, um noch zu lügen, Väterchen. Das überlaß ich den Hundesöhnen.
Podkoliessin. Und wie steht’s mit der Mitgift? ... Erzähl mir’s doch noch einmal.
Thekla. Gott, sie bekommt ein steinernes Haus mit, ein zweistöckiges, im Moskauer Viertel. Das rentiert sich, sage ich Ihnen, na, Sie werden Ihre reinste Freude daran haben. Für den Laden allein zahlt ein Kaufmann siebenhundert Rubel ... Eine Schenke ist darin, die ist überhaupt immer voll. Dazu hat’s zwei hölzerne Seitenflügel; der eine, der ist ganz aus Holz, und der andere hat ein steinernes Fundament. Jeder für sich bringt jährlich vierhundert Rubel. Und dann gehört ihr noch ein Gemüsegarten auf der Wiborger Seite. Vorvoriges Jahr, da hat ihn ein Kaufmann gepachtet, um Kohl darin zu pflanzen, ich sage Ihnen, ein braver, nüchterner Mann, der nie einen Tropfen Schnaps in den Mund nimmt. Er ist Vater von drei Söhnen. Zwei davon hat er schon verheiratet. „Mein dritter aber“, sagte er, „ist noch zu jung. Der kann ruhig ein bißchen im Laden sitzen und für das Geschäft sorgen. Ich bin schon zu alt,“ sagt er, „jetzt mag mein Sohn für mich im Laden sitzen, damit das Geschäft besser geht.“
Podkoliessin. Schön, schön; aber wie sieht sie denn aus? Ist sie denn hübsch? ...
Thekla. Ach, der reinste Milchzucker! Weiße Haut, rote Backen, überhaupt: Milch und Blut. Oh, sie ist so reizend, ich kann’s gar nicht sagen, wie reizend. Also, Sie werden zufrieden sein. Bis dahinauf (zeigt auf den Hals). Das heißt, zu Freund und Feind werden Sie sagen: ... „Diese Thekla Iwanowna, bei der muß ich mich aber bedanken!“
Podkoliessin. Aber sie ist doch nicht einmal Hauptmannstochter.
Thekla. Ihr Vater war Kaufmann dritter Gilde. Ich sage Ihnen, ein General brauchte sich ihrer nicht zu schämen. Von einem Kaufmann will die gar nichts hören. „Mein Mann mag aussehen wie er will,“ sagt sie, „und wenn er äußerlich auch noch so unansehnlich ist; wenn er nur den Adel hat.“ Einfach ein Bonbon, sage ich Ihnen. Und wenn sie des Sonntags ihr seidenes Kleid anzieht, Jesus, wie sie dann einherrauscht .... gradezu ’ne Gräfin.