Podkoliessin. Aber Sie begreifen doch, warum ich danach frage. Ich bin doch Hofrat. Und da muß ich doch ein ... ein ... na, Sie verstehen mich schon.

Thekla. Natürlich, das ist doch klar. Was sollte dabei nicht zu verstehen sein? Es war auch schon ’n Hofrat da. Wir haben ihn aber abgewiesen, weil er uns nicht gefallen hat. Er hatte aber auch gar zu merkwürdige Manieren. Jedes Wort, das er sprach, war gelogen. Und dabei war es doch ein ganz stattlicher Mann. Ja, was ist da zu machen? ... Gott hat ihn nun mal so geschaffen! Er ärgerte sich selbst darüber. Aber es war ihm einfach unmöglich, das Lügen zu lassen. Es war halt Gottes Wille.

Podkoliessin. Nun, und außer dieser? Können Sie mir keine anderen Vorschläge machen? ...

Thekla. Was wollen Sie denn noch für welche? ... Eine Schönere können Sie sich ja gar nicht wünschen.

Podkoliessin. Als wenn’s überhaupt keine Schönere gäbe!

Thekla. Suchen Sie auf der ganzen Welt, Sie finden keine.

Podkoliessin. Na schön, ich will’s mir überlegen, Mütterchen! Also kommen Sie übermorgen wieder. Dann wollen wir die Sache noch einmal durchsprechen. Wissen Sie, so wie heute. Ich liege auf dem Sofa, und Sie erzählen mir.

Thekla. Ach, mein Gott, jetzt komme ich doch schon den dritten Monat Tag für Tag zu Ihnen hergelaufen und doch kommt nichts dabei heraus: immer sitzen Sie im Schlafrock da und rauchen.

Podkoliessin. Sie denken sich wohl, heiraten das ist so, als ob ich zu meinem Diener sage: „He Stepan, bring mir mal die Stiefel her! Zieh sie mir an und los!“ Das will doch überlegt, durchdacht sein.

Thekla. Na, wie Sie wollen! Wollen Sie sich die Sache erst ansehen, .... meinetwegen! Dies Recht steht Ihnen bei jeder Ware zu. Lassen Sie sich doch den Mantel bringen, ... es ist ja noch früh, ... und fahren Sie hin!