Podkoliessin. Wie jetzt? ... Sehen Sie doch, wie trübe es draußen ist. Wenn es nun anfängt, zu regnen, und ich bin gerade unterwegs ...

Thekla. Es ist ja nur Ihr eigener Schaden! Sie fangen ja schon an, graue Haare zu bekommen. Bald taugen Sie überhaupt nicht mehr zum Ehemann. Auch was Besonderes ... Hofrat! Wir haben noch ganz andere Freier wie Sie!

Podkoliessin. Was für dummes Zeug schwatzen Sie da! Was fällt Ihnen nur plötzlich ein, zu behaupten, ich hätt’ graue Haare? Wo sollen die denn sein? ... (Zupft an seinen Haaren.)

Thekla. Und warum sollen Sie keine grauen Haare haben? ... So ist es nun einmal im Leben. Sie sind mir auch einer! Die gefällt ihm nicht, und jene paßt ihm nicht. Ich habe einen Kapitän an der Hand, dem reichen Sie nicht an die Schulter. Der hat ’ne Stimme! ... Wie ’ne Trompete. Er dient in der Admiralität.

Podkoliessin. Nein, das lügst du! Ich will doch mal in den Spiegel sehen. Wo hast du nur ein graues Haar gefunden? ... He, Stepan, bring mir mal den Spiegel her! Oder nein, warte, ich werde ihn mir schon selber holen. Graue Haare! das fehlte mir gerade noch. Gott behüte! Das ist ja schlimmer als die Pocken. (Er geht in das nächste Zimmer.)

9. Auftritt

(Kotschkarjow kommt hereingelaufen.) Thekla und Kotschkarjow.

Kotschkarjow. Nun, Podkoliessin, wo steckst du denn? (Erblickt Thekla.) Nanu, wie kommst du hierher? ... Na, warte nur! Sag, bei allen Teufeln, wozu hast du mich bloß verheiratet? ..

Thekla. Nun, ist das denn so schlimm? Du hast eben deine Pflicht getan.

Kotschkarjow. Pflicht getan! Eine Frau genommen; auch was Besonderes. Als wenn ich nicht ohne Frau ausgekommen wäre.