Thekla. Ja doch, ja, lassen Sie mich nur erst verschnaufen. Wie bin ich in Ihrem Auftrag herumgelaufen! ... Ich bin in allen Häusern gewesen, in allen Kanzleien und Ministerien; hab’ sogar in die Kasernen geguckt! ... Wissen Sie, Mütterchen, beinah geschlagen hat man mich ... bei Gott! Die Alte, die ihre Hand in der Heirat der Affeirows im Spiel gehabt hat, die stürzte sich auf mich los und schrie: „Du bist mir auch so eine und so ’ne, nimmst bloß andern Leuten das Brot weg, bleib du doch gefälligst in deinem Revier!“ ... „Was soll ich tun,“ sagte ich ihr geradezu ins Gesicht, „verzeih, aber für mein Fräulein, da bin ich jederzeit zu allem bereit.“ Ja mein Herzchen, was ich Ihnen aber auch für Freier besorgt habe! Na, das heißt: solange die Welt steht, — und sie wird noch lange stehen — aber solche hat es denn doch noch nie gegeben. Ein paar werden noch heute ihre Aufwartung machen. Ich komme absichtlich hergelaufen, um Sie vorzubereiten.

Agathe Tichonowna. Wie? Heute noch? ... Liebste Thekla Iwanowna, ich bitte Sie ... ich fürchte mich ...

Thekla. Sie brauchen keine Angst zu haben, Mütterchen. ’s ist ja eine ganz gewöhnliche Sache! Sie werden eben kommen, sich umsehen, und — weiter nichts! Sie werden sie sich auch ansehen, und wenn sie Ihnen nicht gefallen, nun, dann fahren sie eben wieder fort.

Arina Panteleimonowna. Na, du wirst mir schon nette Kerle rausgesucht haben.

Agathe Tichonowna. Wie viele sind es denn? Sind’s viele?

Thekla. Nun, an die sechs Mann werden es wohl sein.

Agathe Tichonowna (aufschreiend). Ach Herrjeh! ...

Thekla. Nun, nun, springen Sie doch nicht gleich in die Höhe, Mütterchen! ... Um so leichter ist doch die Wahl. Gefällt dir der eine nicht, so tut’s vielleicht der andere.

Agathe Tichonowna. Und sind es Adlige? ..

Thekla. Aber natürlich! Alle! Wie ausgesucht! Solche Adlige wie die, finden Sie nirgends mehr.