8. Auftritt

Schwochnew, Krugel und Stepan Iwanowitsch Uteschitelny treten mit Verbeugungen ein.

Icharew (mit einer Verbeugung ihnen entgegenkommend). Bitte um Entschuldigung: das Zimmer ist, wie Sie sehen, nicht besonders schön: im ganzen vier Stühle.

Uteschitelny. Die Freundlichkeiten des Hausherrn sind wertvoller, als alle Bequemlichkeiten.

Schwochnew. Man lebt ja nicht mit dem Zimmer, sondern mit guten Menschen.

Uteschitelny. Die reine Wahrheit. Ich könnte gar nicht ohne Gesellschaft auskommen. (Zu Krugel.) Erinnerst du dich, mein Bester, wie ich hierherkam, mutterseelenallein? Denken Sie sich, nicht einen einzigen Bekannten hatte ich hier. Die Wirtin — eine alte Greisin. Auf der Treppe irgendeine furchtbar häßliche Scheuerfrau. Da sehe ich: um sie herum scharwenzelt ein Infanterist, scheint ganz ausgehungert ... Mit einem Wort — eine tödliche Langeweile! Da plötzlich sendet mir das Schicksal ihn, und nachher führt mich der Zufall mit diesem da zusammen. Nun war ich aber froh! Ich kann keine Stunde ohne Gesellschaft von Freunden auskommen. Alles, was ich auf der Seele habe, bin ich bereit, jedem zu erzählen.

Krugel. Ja, Freundchen, das ist aber auch dein Fehler, und keineswegs eine Tugend. Jedes Zuviel schadet, du bist vermutlich schon mehr als einmal betrogen worden.

Uteschitelny. Jawohl, ich bin betrogen worden und werde noch immer betrogen werden, und doch kann ich ohne Aufrichtigkeit nicht leben.

Krugel. Nun weißt du, ich muß gestehen, das ist mir unbegreiflich! Mit jedem aufrichtig sein! Freundschaft, das ist ganz was anderes.

Uteschitelny. Das schon, aber der Mensch gehört der Gesellschaft an.