Chlestakóff allein.

Chlestakóff. Es wäre doch niederträchtig, wenn er mir nichts zu essen schickte. Einen Hunger hab’ ich, wie noch nie. — Ob man wohl die Garderobe versetzt? Vielleicht die Beinkleider? Nein, eher noch hungern, aber wenigstens im Petersburger Kostüm nach Haus kommen. Schade, daß mir der Jochim nicht die Karosse herleihen wollte; alle Wetter, das wäre doch ein Spaß gewesen, in so einer Staatskutsche heimzureisen und dann der lieben Nachbarschaft mit dem Ungetüm vor die Fenster zu rasseln, vorn Laternen, hinten Ossip in Livree. Ich kann mir’s ordentlich vorstellen, wie sie da alle aufgesprungen wären! „Was ist los? Wer kommt da?“ Und mein Lakai tritt herein: (Richtet sich stramm auf und ahmt den Lakeien nach.) „Iwán Alexándrowitsch Chlestakóff aus Petersburg, geruht die Herrschaft zu empfangen?“ Diese Tölpel, sie ahnen nicht mal, was da drin liegt: „empfangen!“ Kommt ihnen freilich so ein Hanswurst von Gutsbesitzer, der tappt natürlich wie ein ungeschlachter Bär direkt ins Zimmer. — Man nähert sich einer hübschen jungen Dame: „Ah, Gnädigste, wie bin ich ...“ (Reibt sich die Hände und scharrt mit den Füßen.) Tfu! (Spuckt aus.) Rein übel wird einem vor lauter Hunger!

6. Szene

Chlestakóff, Ossip, nachher der Kellner.

Chlestakóff. Nun?

Ossip. Das Essen kommt.

Chlestakóff (klatscht in die Hände und ist mit einem Satz auf dem Stuhl). Das Essen! Das Essen!

Kellner (mit Tellern und Serviette). Der Wirt will es noch ein letztes Mal geben.

Chlestakóff. Wirt hin, Wirt her, ich pfeife auf deinen Wirt! Was bringst du da?

Kellner. Suppe und Braten.