Chlestakóff (erschrocken). Da haben wir die Bescherung! Hat mich diese Bestie von Wirt doch schon verpetzt! Was nun, wenn er mich wirklich ins Loch steckt! In ein standesgemäßes Gewahrsam vielleicht ... Nein, nein, ich will nicht! Auf der Straße treiben sich viele Offiziere und Volks umher, und gerade vorhin erst habe ich ihnen den feinen Ton vorgemacht und mit einem Kaufmannstöchterchen angebandelt ... nein, ich will nicht ... Aber wie kommt er überhaupt dazu, was untersteht er sich denn eigentlich? Wofür hält er mich? Wohl gar für einen Krämer oder Handwerker? (Mut fassend und sich aufrichtend). Ich sag’s ihm aber direkt ins Gesicht: „Wie können Sie sich ...“ (Die Türklinke bewegt sich, Chlestakóff erbleicht und knickt zusammen).
8. Szene
Chlestakóff. Polizeimeister und Dóbtschinski.
(Polizeimeister tritt herein und bleibt stehen; beide betrachten einander mehrere Minuten mit weit aufgerissenen Augen).
Polizeimeister (rafft sich etwas zusammen und grüßt militärisch). Gehorsamster Diener!
Chlestakóff (sich verbeugend). Ganz ergebenster!
Polizeimeister. Verzeihen Sie!
Chlestakóff. Keine Ursache ...
Polizeimeister. Es ist meine Schuldigkeit als oberster Beamter dieser Stadt dafür Sorge zu tragen, daß die Herren Reisenden und Standespersonen keine Plackereien ...
Chlestakóff (anfangs stotternd, allmählich in sicherem Tone). Was soll man aber machen ...? Ich habe keine Schuld ... ich zahle bestimmt ... ich erwarte Geld von zu Hause. (Bóbtschinski schielt durch die Tür.) Er treibt’s ja noch schlimmer: schickt mir Rindfleisch, so zäh, wie’n Knüppel; und die Suppe — der Teufel weiß, was er da rein gemanscht hatte, ich mußte sie zum Fenster hinausgießen. Er hungert mich förmlich aus ... Und ein unglaublicher Tee, riecht nach Hering, aber nicht nach Tee. Und da sollte ich ... das fehlte gerade noch!