Burdjukow. Mit Vergnügen. Ich hätte Sie selbst gern für Ihr Entgegenkommen umarmt. (Sie umarmen sich.) Das muß ich gestehen: vorhin, als ich Ihr Gesicht sah, hätte ich niemals geglaubt, daß Sie ein so vernünftiger Mensch sind!

Proletew. Da haben wir’s! — Wieso denn?

Burdjukow. Wirklich — im Ernst! Gestatten Sie mir eine Frage: Ihre selige Mutter hat wohl einen großen Schreck gehabt, als sie mit Ihnen schwanger ging?

Proletew. Was der für einen Unsinn zusammenschwatzt!

Burdjukow. Wirklich, seien Sie nicht beleidigt, ich werde Ihnen sagen, das kommt sehr oft vor. Bei unserm Vorsitzenden ist die ganze untere Gesichtspartie, ähnlich wie bei einem Schaf, gleichsam abgeplattet und mit Fell bewachsen — ganz wie bei einem Schaf. Und das infolge eines ganz unbedeutenden Umstandes: als die Selige beim Gebären war, da war ein Schaf am Fenster erschienen, und der Böse muß es reiten, daß es zu blöken anfängt!

Proletew. Bitte, lassen wir den Vorsitzenden und das Schaf in Ruh ... Nein, wie ich mich freue!

Burdjukow. Und wie ich mich erst freue, daß ich solch einen Gönner gefunden habe! Erst jetzt, wo ich Sie näher ansehe, finde ich, daß Ihr Gesicht mir bekannt ist: wir hatten in unserm Karabinierregiment einen Leutnant, der Ihnen ähnelte wie ein Tropfen Wasser dem andern. Ein schrecklicher Trunkenbold! Wissen Sie, ich kann Ihnen sagen: kein Tag verging, ohne daß seine Visage ganz zerschlagen war.

Proletew (beiseite). Wie es scheint, hat dieser Dorfbär nicht die Gewohnheit, seine Zunge im Zaum zu halten; aller Unrat, der in seiner Seele sitzt, muß auf die Zunge. (Laut.) Ich habe nicht viel Zeit, bitte, kommen Sie zur Sache.

Burdjukow. Erlauben Sie, aber das läßt sich im Sitzen nicht erzählen. Das ist ein schwieriger Kasus. Haben Sie die Gutsbesitzerin Jewdokia Malafejewna Merinow aus dem Ustjuger Kreise gekannt? Nein? Sie haben Sie nicht gekannt? Schön. Es war meine leibhaftige Tante und auch die dieser Bestie, meines Bruders. Ich und mein Bruder sind ihre nächsten Erben. — Belieben Sie das zu beachten: darum handelt es sich nämlich! Außerdem ist noch eine Schwester da, die den General Polawischtschew geheiratet hat: nun, über die wollen wir kein Wort weiter sagen, die hat ohnedies schon ihr Teil abbekommen. Nun erlauben Sie: da hat sich also dieser Gauner, mein Bruder, — in dieser Beziehung kann der Teufel noch von ihm lernen — an meine Tante herangemacht: „Tantchen, Sie haben Gottseidank schon siebzig Jahre lang gelebt, wozu wollen Sie sich bei einem so hohen Alter noch mit der Wirtschaft abgeben: lassen Sie lieber mich für Sie wirtschaften und für den Unterhalt sorgen.“ Und so geschah es! Merken Sie etwas? Merken Sie etwas? Er siedelte in ihr Haus über, und nun lebt er dort und herrscht dort wie der wirkliche Herr des Hauses. Hören Sie auch zu?

Proletew. Jawohl.