Der dritte. Nein, nein, bitte, so ist es denn doch nicht. Alles hat seine Grenzen, es gibt Dinge, über die man sozusagen nicht spotten darf, die schon gewissermaßen etwas Heiliges sind.
Der zweite (für sich mit einem bitteren Lächeln): So ists immer auf der Welt. Lacht man über das wahrhaft Edele, über das, was das große Heiligtum unserer Seele ausmacht, so wird keiner dafür eintreten; lacht man aber über das Laster, über das Gemeine und Niedrige — dann schreien alle: „Er verspottet unsere Heiligtümer!“
Der erste. Na, nun sehen Sie’s; wie ich merke, sind Sie jetzt überzeugt: Sie sagen kein Wort. Glauben Sie mir, man muß überzeugt sein: das ist das Wahre. Ich selbst bin ein unparteiischer Mensch und ich will nicht sagen, daß ... aber das ist einfach keine Angelegenheit für einen Autor, kein Gegenstand für eine Komödie. (Sie entfernen sich.)
Der zweite (für sich). Ich gestehe, ich möchte um keinen Preis an Stelle des Autors sein. Allen soll man’s recht machen! Wählt man ein unbedeutendes gesellschaftliches Ereignis, so schreien alle: „Er schreibt Unsinn! Das hat doch keinen tiefen moralischen Zweck;“ wählt man aber einen Gegenstand, der irgendeinen sittlichen Kern enthält, so sagen sie: „Das ist nicht seine Sache, er soll spaßige Sachen schreiben!“ (Er entfernt sich.)
(Eine junge Weltdame in Begleitung ihres Mannes.)
Der Mann. Unser Wagen kann nicht weit sein, wir können gleich fahren.
Herr N. (tritt zu der Dame heran). Was sehe ich! Sie sind hergekommen, um sich ein russisches Stück anzusehen!
Die junge Dame. Was ist dabei? Habe ich denn gar keinen Patriotismus?
Herr N. Nun, wenn es so wäre: so werden Sie mit Ihrem Patriotismus doch nicht allzusehr auf ihre Kosten gekommen sein. Sie schimpfen doch wohl auf das Stück?
Die junge Dame. Gar nicht. Ich finde, daß vieles darin ungemein richtig ist: ich habe von Herzen gelacht.