Herr N. Also hat Ihnen die Komödie nicht gefallen?

Die zweite Dame. Aber erlauben Sie, wer sagt denn das? Ich habe Ihnen doch schon gesagt, daß ich von ganzem Herzen gelacht habe und sogar mehr als alle andern; ich glaube sogar, daß man mich für eine Wahnsinnige gehalten hat ... Aber ich wurde deshalb traurig, weil ich den Wunsch hatte, wenigstens auf einem guten Gesicht ausruhen zu können. Diese Masse, diese Überfülle des Gemeinen ...

Herr N. Sprechen Sie! Sprechen Sie!

Die zweite Dame. Hören Sie: empfehlen Sie dem Autor, daß er wenigstens einen anständigen Menschen hineinbringt. Sagen Sie ihm, daß man ihn darum bittet, daß es wirklich gut wäre.

Der Mann der ersten Dame. Gerade dies sollten Sie ihm nicht empfehlen! Die Damen wollen unbedingt einen Ritter sehen, der bei jeder Gelegenheit von Edelmut spricht, und sei es auch in den banalsten Phrasen.

Die zweite Dame. Durchaus nicht. Wie wenig Sie uns kennen! Gerade Ihnen ist dies eigentümlich! Gerade Ihr liebt nur Phrasen und Reden von Hochherzigkeit und Edelmut. Ich habe einmal das Urteil eines von den Euren gehört: ein Dickwanst schrie so, daß er, wie ich glaube, die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich lenkte — das alles sei Verleumdung, solche Gemeinheiten und Schurkereien kämen bei uns nie vor. Und wer sagte das? — Der allerniedrigste und gemeinste Mensch, der stets bereit war, seine Seele, sein Gewissen und alles, was Sie wollen, zu verkaufen. Ich will ihn nur nicht beim Namen nennen.

Herr N. Aber sagen Sie es doch: Wer war es?

Die zweite Dame. Warum wollen Sie es wissen? Er war es ja nicht allein; ich hörte, wie man um uns herum unaufhörlich schrie: „Das ist eine widerwärtige Verhöhnung Rußlands, eine Verhöhnung der Regierung! Wie kann man nur so etwas zulassen? Was wird das Volk dazu sagen?“ Und warum haben sie so geschrieen? Etwa, weil sie wirklich so dachten und fühlten? — Oh nein, verzeihen Sie. Nur darum, um Lärm zu machen, damit man das Stück verbietet, oder vielleicht, weil sie etwas in ihm gefunden hatten, das sie an sich selbst erinnerte. So sind Ihre wahren Ritter, und — nicht die Theaterhelden!

Der Mann der ersten Dame. O bei Ihnen regt sich schon etwas wie eine kleine Empörung!

Die zweite Dame. Empörung — jawohl Empörung. Ja, ich bin empört, sehr empört. Man kann doch nicht ruhig bleiben, wenn man sieht, wie die Gemeinheit unter allen möglichen Masken auftritt.