Der Mann der ersten Dame. Nun ja: Sie möchten, daß sofort irgendein Ritter hervortritt, über einen Abgrund springt und sich das Genick bricht ...
Die zweite Dame. O nein, verzeihen Sie.
Der Mann der ersten Dame. Natürlich: was verlangt denn eine Frau? — Sie verlangt unbedingt, daß sich im Leben irgendein Roman abspielt.
Die zweite Dame. Nein, nein, nein! Ich könnte es zweihundertmal wiederholen: nein! Das ist eine ganz alte, banale Vorstellung, die Sie uns immer wieder aufdrängen wollen. Die Frau hat mehr wahrhaften Edelmut, als der Mann, die Frau ist nicht imstande, sie ist unfähig, alle jene Niedrigkeiten und Schurkereien zu begehen, die ihr Männer euch leistet. Die Frau kann nicht heucheln, wo ihr heuchelt, sie kann nicht durch die Finger sehen, wo ihr es tut, wo es sich um solche Gemeinheiten handelt! Sie ist anständig genug, um dies alles auszusprechen, ohne sich erst überall umzuschauen, ob es den Leuten auch gefällt — denn das muß ausgesprochen werden. Was gemein ist — ist gemein, da hilft kein Vertuschen und kein Beschönigen. Es bleibt eine Gemeinheit, eine Gemeinheit, eine Gemeinheit!
Der Mann der ersten Dame. Ich glaube, jetzt sind Sie wahrhaftig allen Ernstes böse.
Die zweite Dame. Weil ich offen bin und es nicht ertragen kann, wenn man die Unwahrheit spricht.
Der Mann der ersten Dame. Nun, nun, seien Sie nicht böse und geben Sie mir Ihr Händchen. Ich scherzte ja nur.
Die zweite Dame. Hier haben Sie meine Hand — ich bin ja gar nicht böse. (Sie wendet sich an Herrn N.) Hören Sie: bitte raten Sie doch dem Autor, daß er einen edlen und ehrlichen Menschen in die Komödie hineinbringt.
Herr N. Ja aber wie soll man das machen? Wie, wenn er nun einen ehrlichen Menschen hineinbrächte und dieser ehrliche Mensch ein Theaterheld würde?
Die zweite Dame. O nein, wenn er wirklich stark und tief empfindet, so wird sein Held kein Theaterritter werden.