Und nun komme ich zu einem der eigenartigsten und selbständigsten Bücher, die den Namen Goethe auf ihren Schild geschrieben haben. Das Buch von Rudolf Huch „Mehr Goethe!“ hat ja inzwischen seinen breiten Weg in die deutsche Leserwelt gefunden, es bedarf also der Empfehlung kaum noch ... Es ist ein frisches, mutiges und gesundes Buch, das aus seinem Herzen keine Mördergrube macht, keck und dreist, ohne viel gelehrten Ballast im Schulsack, mitten in die Dinge hineinspringt und alle graue Theorie zum Teufel jagt.
(‚Westermanns Monatshefte‘)
Winterwanderung
Anmutig und durch einen Beigeschmack feiner Ironie ätzend und oft fast pikant in gutem Sinne liest sich ein gleichwohl gedankenreiches, zu aphoristischer Form neigendes Werk von Rudolf Huch: Winterwanderung ... Ein vornehmer Grundton, ein aristokratischer Pessimismus, der sich an Schopenhauer vertieft hat, zieht durch Huchs Weltanschauung; aber ein oft feinsatirischer, oft grimmiger Humor bildet das angenehme Gegengewicht und läßt steife Feierlichkeit nicht aufkommen. Das geistvolle Buch, wiederum ausgezeichnet durch eine fesselnde Stilistik, ist insofern eine empfehlenswerte Ergänzung zu des Verfassers bekanntem Buch: Mehr Goethe.
(‚Der Türmer‘)
Die beiden Ritterhelm
Den hohen Reiz des Buches macht die gleichmäßige, epische Gelassenheit aus und, mit ihr zusammenhängend, die dem Stoff gemäße patrizische Natur des Erzählers. Das gibt dem Ganzen eine ungewöhnliche, lückenlose Einheitlichkeit. Wir spüren ein bildungsgesättigtes Wesen, das der Bildungsprotzerei entgegengesetzt ist, wir spüren einen tiefen Ernst der Lebensanschauung und zugleich eine humorisch mildernde Überstrahlung; weite Ausblicke werden in verhaltener Darstellung angedeutet, und überall erfreut die unsüßliche Anmut der sparsamsten Linie.
(‚Der Kunstwart‘)
Huchs Buch ist von einer kräftigen Strenge, herb und unerbittlich, männlich durch und durch. Und es ist fest in seinem Gefüge, seine Gewölbe sind tragkräftig, und der Mörtel des Baues ist hart wie Stein ... Die Gefühle der Menschen in diesem Buche liegen nicht an der Oberfläche und können nicht leichthin berührt werden. Sie sind in Knospen eingeschlossen ... Huchs Buch gehört zu jenen, die man nicht vergißt.
(Karl Hans Strahl in ‚Die Zeit‘, Wien)