Du erhöhst nur unsern Mut.

Diese flammende Verheerung

Bringt uns Rettung, bringt Verklärung,

Phönix schwingt sich aus der Glut.

Wem sollten solche Strophen nicht Tränen entlocken? Seine Verse sind wie ein alle Kräfte entbindender durcheinanderrüttelnder Rausch, aber in diesem Rausch liegt eine höhere Gewalt, die nach oben zieht. Für Jasykow ist ein studentisches Gelage nicht so sehr eine Äußerung der Lust am Zechen und am Rausch, als vielmehr die Freude über die Kraft, die die jungen Arme schwellt, und über die große Zukunft, die der Jugend bevorsteht, einer Freude darüber, daß die Studenten einmal fortstürmen werden, um

Der großen Sache treu zu dienen,

Der Wahrheit, Ehre und dem Rechte.

Leider geht nur diese Rauschstimmung häufig bis ins Maßlose, und der Dichter gibt sich allzusehr der Freude über die ihnen winkende Zukunft hin, wie dies bei uns in Rußland so viele Leute tun, ohne über einen großartigen Anlauf hinauszukommen.

Aller Augen waren auf Jasykow gerichtet. Alle Welt erwartete etwas Außerordentliches von dem neuen Dichter, dessen Verse voll ritterlicher Großsprechereien und voll Verheißungen gewaltiger Taten waren. Allein die Erwartungen wurden nicht erfüllt. Es erschienen zwar noch ein paar Gedichte von ihm, in denen die alten Töne noch einmal, wenn auch etwas abgeschwächt, erklangen; dann aber wurde der Dichter von einer schweren Krankheit heimgesucht, die nicht ohne Folgen für seine Geistesverfassung blieb. In seinen letzten Versen gab es nichts mehr, was die russische Seele ergriff. Sie enthielten nichts als eine Beschreibung der Langenweile deutscher Städte, gleichgültige Reiseschilderungen und einen Bericht über den einförmigen Verlauf peinvoller Tage. Das alles war dem russischen Geiste fremd. Man achtete nicht einmal auf die außerordentliche Sorgfalt, mit der in diesen späten Gedichten die Form behandelt war. Allein seine Sprache, die hier noch kräftiger ist, wird ihm gerade dadurch zur Verräterin: sie dient nur dazu, einen mageren Gedanken und einen dürftigen Inhalt einzukleiden und gleicht so dem Panzer eines Riesen, der den Leib eines Zwerges umschließt. Es wurde sogar die Meinung laut, Jasykow hätte überhaupt keine Gedanken; er könne nur hohle tönende Verse schmieden und sei überhaupt kein Dichter. Alles begann wider ihn zu murren. Dieser Groll fand in den Zeitschriften ein recht törichtes Echo, allein ihm lag wirklich ein berechtigter Kern zugrunde. Jasykow hat, wenn er vom Dichter sprach, nie ausgerufen wie Puschkin:

Nicht unser Teil ist das Getümmel,