Sich eigner Größe froh bewußt,
Sieht er den Bruder aufwärts streben
Mit Donnerlaut aus Erdendust.
Und hehrer Wundertat entgegen
Die Kräfte reifen neu erwacht,
Und seiner Werke hoher Segen
Strahlt sternengleich durch Weltennacht.
Welch leuchtende Klarheit und welche strenge, erhabene Größe! Ich suchte das dadurch zu erklären, daß unsere Dichter jeden großen Gegenstand in seinem richtigen Zusammenhang mit dem höchsten Quell aller Lyrik, mit Gott sehen, die einen bewußt, die andern unbewußt, weil die russische Seele, wie sich das aus dem russischen Wesen selbst ergibt, dies aus irgendeinem Grunde ganz von selbst fühlt. Ich sagte, daß es vorzüglich zwei Gegenstände sind, die unsere Dichter zu dieser, der biblischen so nahestehenden Art der Lyrik begeistert haben. Der erste ist — Rußland. Bei dem bloßen Klang dieses Namens erhellt sich plötzlich das Auge unseres Poeten, erweitert sich sein Horizont, wird alles um ihn herum größer und weiter, wächst er selbst gewissermaßen zu höherer Würde und Größe empor, und erhebt er sich hoch über den gewöhnlichen Menschen. Das ist mehr als bloße Liebe zum Vaterland. Demgegenüber erschiene die Vaterlandsliebe fast wie ekle Prahlerei. Ein Beweis dafür sind unsere Hurrapatrioten. [Ihre übrigens meist ganz aufrichtigen Lobhymnen können einem Rußland beinahe verleiden.] Wenn dagegen ein Dershawin von Rußland spricht — dann fühlt man eine übernatürliche Kraft durch seine Adern rinnen, man ist gleichsam ganz erfüllt von der Größe Rußlands. Die Vaterlandsliebe allein hätte — gar nicht erst zu reden von Dershawin — nicht einmal einem Jasykow die Kraft dieses großen, feierlichen Ausdrucks verliehen, der sich jedesmal einstellt, wenn er von Rußland redet. So zum Beispiel in den folgenden Versen, wo er darstellt, wie Stephan Batorius gegen Rußland in den Krieg zieht.
Schon rüstet Stephan sich zur Schlacht,
Schon eilt er, seine ganze Macht