Meinen beiden Buben
Friedemann und Klaus

I

Trudel, die kleine, hochträchtige Stute, zog das mit frischem Gras beladene Wägelchen den tiefgleisigen Weg nach ihrem Stalle hinan, und der Bauer, der mit seinen drei Kindern oben auf dem Grase lag, sagte:

„Sie hat nun Feierabend für ein paar Wochen: morgen oder übermorgen wird sie uns ein Füllen schenken!”

Die Kinder, zwei Buben und ein Mädchen, hüpften aus Freude darüber von dem Wagen herab, und auch der Vater kletterte herunter, und alle vier sprangen sie an die Radachsen und drückten und schoben, daß Trudel nicht mehr zu ziehen brauchte und vor Freude laut aufwieherte.

Aus dem Fenster der Wohnstube, grad überm Stalle, guckte die Bäuerin, die Mutter der Kinder, und rief:

„Ist's Zeit für die Trudel, soll ich kommen?”

Sie kam auch schon die hohe Steintreppe herabgesprungen, verlor den einen Holzschuh, stieß auch den anderen zur Treppe hinab und riß die Stalltür auf und rannte barfuß in die kleine Scheune, frisches Stroh zu holen.

„Nur Geduld!” sprach der Bauer, „so eilt's wohl nicht, Katherin; ihr Weiber seid mir allzu ängstlich besorgt um euer schweren Stunden!”