Hühner, dreißig an der Zahl, standen aus dem Sande auf, schüttelten den Staub aus den Federn und sahen neugierig und wie in Ehrfurcht zu der Stute hin, der bunte Hahn krähte einmal, eine Henne kam mit ihren zehn Küchlein aus den Halmen der Wiese, junge Enten, die im Wiesengraben plätscherten, wackelten mühselig an den Weg, und etliche schwere Gänse hüpften flatternd auf den Wagen, das frische Gras zu versuchen.

Indessen wurde Trudel von acht rührigen Händen abgeschirrt, das kleine Mädchen legte seine Hand an des Tieres schwabbelige Lippen, und diese folgten dem Händchen in den weitgeöffneten Stall.

Bärbel, die Kuh, deren Kalb, weil es ein vernaschtes Ding war, seitabgebunden an seinem Stricke riß, Bärbel, die Kuh, drehte den breiten Kopf nach der Trudel und schob zugleich das Hinterteil mit dem schweren Euter dem blökenden Kinde zu, das heftig einstieß.

„Mamme, der Max sauft schon wieder!” rief der rothaarige August der Mutter zu, die mit einem Arm voll Stroh hereinkam in den Stall.

„Laß ihn heut noch einmal saufen, den Nimmersatt, morgen ist er nicht mehr der Jüngste im Stall, da wird er sich schämen, so vernascht zu sein!”

Sie zerknüllte das widerborstige Stroh und breitete es unter der Trudel aus, und zwei Zicklein hüpften um sie her, indem sie, einen Halm im Mäulchen, die überlangen Hinterbeine nach allen Seiten in der Luft umherwarfen. Auch Sapperlott, der Hasenvater, kam über die sauberen Pflastersteine des Stalles dahergehoppst, indes die alte Häsin hinten in ihrem verdrahteten Geburtskasten hockte und ihre Zitzen einer wimmelnden Kinderschar preisgab. Sapperlott hüpfte mitten hinein ins neue Stroh, die Bäuerin packte ihn im Genick und warf ihn dem kleinen Mädchen, das sich in die Krippe vor die Augen der Trudel gesetzt hatte, in den Schoß. Aber das Kind mochte den Alten nicht und setzte ihn hinter sich in die Krippe, und nun lief er langsam höckernd auf dem Stein zur Bärbel hinüber, die sich nicht um ihn kümmerte.

Die Bäuerin putzte an dem Leib der Trudel herum, das Mädchen streichelte die lange Mähne glatt und versuchte, ein Zöpfchen zu flechten, August und Gustav schabten an der Stalltür Dreck von den Runkeln und warfen sie in die Futtermaschine. Mit dem Vater kamen die Hühner, alte und junge, angelockt vom frischen Stroh, und die Enten standen schräg hintereinandergereiht, wie das ihre Art ist, vor der Schwelle und wackten nach ihrem Abendessen.

Auch die Sonne guckte in den Stall; sie schob ein Brett Licht, so breit wie die Tür, herein, das an der hinteren Wand sich emporstellte und, da es Abend war, bis an die Decke hinaufreichte, wo ein Schwalbennest klebte. Die Runkeln polterten in dem Kasten.

Der Bauer brachte Gras herein, verteilte es an Kuh, Ziegen und Hasen und sagte zu seiner Frau:

„Na los jetzt, wenn's Zeit ist, mach das Trinken für die Trudel und nimm Weizenkleie heut abend!”