„Soll er etwa das lebendige Spielzeug werden verwöhnter Fürstenkinder, soll er Kinderschlachten schlagen helfen auf den umhegten Spielplätzen, vor denen wirkliche Soldaten Wache stehen? Soll er den Kopf senken vor den Herrschaften dieser Erde, wie wenn er ein Sklave wäre gleich den meisten unserer Mitmenschen?”

„Die Freiheit, Herr, steckt ihm zu sehr im Blut, als daß er sich hierzu eigne! Er soll, in Freiheit dressiert, ein großer Künstler werden zum Heil der Menschen!”

„Ich seh mein Gäulchen meiner Treu schon auf dem Hochseil tanzen! Nein, nein, wollten Sie gar einen Künstler aus ihm machen, gäb ich es erst recht nicht her. Auch in meinem Haus wird mehr gelacht als geweint.”

Riesele schritt indes züchtig einher, da die Schmicke der Peitsche über seinen Ohren drohte und nicht verschwinden wollte!

Am Bahnhof stieg der Fremde aus, nahm Rieseles Köpfchen zwischen die Hände und sagte zu ihm:

„Wir sehen uns wieder!” und zum Bauern sagte er:

„Glücklich sein oder glücklich machen: was dünkt Ihnen am schönsten, Herr?”

Der Bauer sah dem Fremden in die Augen, wußte nicht, was er sagen sollte, und wiederholte schließlich dieselbe Frage:

„Glücklich sein oder glücklich machen? Ja! Ja! Glücklich machen, natürlich! Aber was ist Glück?”

„Hahaha!” entgegnete der Fremde, „Sie gehen mir schon wieder zu weit! Zu tief, zu tief in die Erde, zu tief an die Wurzeln! Wir Menschen des Kaiserreichs treiben gern oben auf dem Wasser unserer Zukunft entgegen, leben über der Erde, wo die Blumen blühen und die Vögel singen!”