„Das ist ein seltenes Feuer, Herr, woher haben Sie es?” fragte der Fremde.

„Die Mutter brachte mir der Jude, das Kleine ist ein Gelegenheitskind: der Vater war bei einer Seiltänzergesellschaft!”

„Aha! Passen Sie auf!”

Der Fremde sprang ab, besah sich der Stute Gebiß, griff ihr an die Muskeln des Vorderbeines und tupfte dann mit dem Zeigefinger auf ein Plätzchen über der Kniescheibe, worauf die Haut, wie wenn eine Mücke dasäße, leicht erzitterte.

„Sie ist ein braver Ackergaul, nicht? Sie hat zwar Qualitäten gehabt, ist aber in falsche Hände gekommen und hat's zu nichts gebracht! Wollen mal beim Kleinen sehen!”

Er nahm Rieseles Kopf in die Hände, reckte ihn wie einen Rekrutenkopf zu sich in die Höhe, schnitt mit dem Fingernagel hinter den beiden Ohren zwei Halbkreise, und die beiden Ohren schlugen fast aneinander. Er tupfte an den Knien herum, und die beiden Vorderbeine knickten ein, und fast wäre Riesele hingefallen.

Der Fremde sah den Bauern lange an, nickte und sagte:

„Er ist wohl auch ein toller Bruder, was? Hören Sie, verkaufen Sie mir den Studenten, ich bezahle ihn gut!”

„Was soll aus ihm werden, Herr?” entgegnete der Bauer, „er ist ein einfaches Tier, das weder große Kraft noch große Arbeitslust haben wird. Anlagen hat er, ja, aber Anlagen zum Taugenichts, zum Guckindieluft, und da er Sternkundiger wohl nicht werden kann, muß er in stramme Zucht genommen werden für den Wagen!”

„Es gibt außer körperlicher Arbeit und außer der hohen Wissenschaft noch andere Dinge in der Welt, mit denen man die Menschen beglücken kann, mit denen man schließlich auch sein Brot verdienen kann, Dinge, die dem grauen Alltag ferne liegen!”