Die Mücken umschwärmten zwar das Riesele, setzten sich aber nicht auf sein schwarzes Fell, und als die Holzfuhrleute heimkamen, sahen sie das Riesele also liegen und freuten sich sehr.


VII

Indessen gewöhnte sich Riesele an die Deichsel und durfte schließlich überallhin mit. Eines Tages wollte ein Fremder an den Bahnhof gefahren werden. Der Kutscherbock war zweisitzig; der feine Herr kam, wie er Riesele sah, aus der überdächelten Chaise hervor und setzte sich neben den Bauer Klaus, um das Riesele genau beobachten zu können.

Es lief erst züchtig, wie wenn es ziehen würde, neben der Mutter her und nickte gleich ihr mit dem Kopf nach unten, als sei die Last gar nicht so leicht, wie es scheinen mochte! Aber schon gleich auf der Landstraße riß es an seinem Halfter, schob die Hinterbeine seitaus und machte seiner Mutter große Beschwerden. Trudel, die Mutter, ließ sich nicht beirren und vermochte immer wieder durch gütiges Zureden, das den Menschen leider nicht erkennbar ist, den kleinen Burschen in Zucht zu halten. Jedoch nie lange! Trudel selbst begann aufgeregt zu werden, man sah ihr den Angstschaum am Maule stehen.

Als das Riesele aber wieder einmal am Halfter zerrte und gar zu bockeln anfing, sagte der Fremde zum Bauern Klaus:

„Würden Sie mir einmal Ihre Peitsche und Ihre Leine anvertrauen? Ich will mal meine Kunst probieren!”

Er schnalzte ein seltsames Gezisch mit der Zunge, und sogleich stellte Trudel die Ohren aufrecht, und sogleich drehte der Student die großen Augen einmal zurück nach dem Kutscherbock und lenkte die Hinterbeine ein.

Die Leine straffte, die Peitschenschmicke flatterte hochauf.