„Tableau!” schrie hell die dunkle Stimme; die Pferde reckten sich schon.
Riesele, der Fuchs, das Füllen und seine Mutter blieben zurück, sonst niemand! Nicht einmal nach dem Vorhang durfte Riesele gehen! Was mochte sich da draußen abspielen?! Auch der Fuchs schlief nicht, sondern sah nach dem Vorhang.
Sie kamen schon wieder, die Pferde; sie wurden umtätschelt von den überaus lustig gekleideten Menschen, und eine Dame turnte auf den Rücken ihres Gaules und legte die Wange an den Hals des Tieres und sagte:
„Dat war aber mal eine leckere Chose, Schatz!”
Sie küßte das Pferd, dessen Augen rundum frohlockten. Riesele sah dies genau.
Ein Bursch schlug einem anderen Burschen, der eine dünne, lange Röhre schräg vom Kopf abragen hatte, ins Genick: er purzelte. Auch der erste purzelte, und so kamen sie auseinander, jeder zu dem Pferd, das er zu bedienen hatte! Die Löwen wurden in ihrem Käfig hereingezogen, die Dame, die bei ihnen am Gitter stand, trug einen Lorbeerkranz im Haar. Sie schillerte von glänzenden Steinen wie ein Heckenrosenstrauch im Juniregen. Ganz zuletzt erschien ein niedriggebautes arabisches Vollblut, das trug gesenkten Kopfes einen mächtigen Eichenkranz, der mit goldenen Schleifen durchwirkt war, um den Hals. Ein Mann im Trikot schritt neben ihm, nahm von einem Nagel im Pfosten drei schwere, silberne oder bleierne Ringe und streifte sie sich an die Finger.
Ein jeder sang, pfiff oder trillerte vor sich hin; alle Tiere, die draußen waren, sangen, pfiffen, oder trillerten vor sich hin. Was, um des Himmels willen, mochte draußen alles geschehen sein!
Riesele sah auf einmal dauernd zu dem Freunde hin, und auch dieser spitzte die Ohren und starrte zu Riesele her, als wünsche auch er Auskunft!
Mit einem Schlage jedoch verlöschten die Lichter, Riesele legte sich nieder und schlief ein, in Erwartung der Dinge, die seiner harrten.