„Dahinten liegt ein Paar Schuhe; wem gehören die denn?”

„Sind's weiße?” rief eine blecherne Frauenstimme dazwischen, und die Mannsstimme entgegnete:

„Nein, rote!”

„Die sind mir!” krischen etliche Weiber, und zwei liefen durch den Stall, die eine mit nackten Beinen, die andere ohne Bluse überm grünen Seidenhemd.

„Entree!” ertönte es, eine Peitsche knallte. Die Burschen, die alle schmutzig gekleidet waren, schoben fast alle Pferde nach dem Eingang. Die kleinen hatten grüne Lappen auf den Rücken liegen, die von gelbglänzendem Lederzeug festgehalten wurden. Schellen rasselten an dem Lederzeug!

Riesele stand! Riesele streckte den Kopf vor und scharrte mit dem Huf im Mist und riß an seiner Kette. Der Hengst lag und schnaufte.

„Entree!” rief eine dunkle, aber hellgestellte Stimme wieder.

Man schwang sich in die Sättel! Männer, als Empiresoldaten verkleidet, Frauen als Empiresoldatenmädchen verkleidet, schwangen sich in die Sättel. Lanzen ragten auf, Helme blinkten, Fähnlein hingen züchtig an den bunten Stangen. Zwei rotgefärbte Reiherfedern schnitten quer durch die Lanzenstangen; ganz hinten trippelte das winzige Schimmelchen, nicht größer als solch eine Feder.

Nein! Riesele durfte nicht mit!

Ein Vorhang hob sich, Trompeten erschollen, der Zug schob ab ins Entree! ... Was zurückkam, jubelte, wieherte, knirschte mit den Zähnen vor Lust; was zurückkam, stand begierig, wieder fort zu dürfen, hinaus, in die Manege, in die Herrlichkeit des großen Lebens, die Herren Menschen zu ergötzen!