„Miezi, Miezi, wo steckst du denn?”
Das Kleinste tat einen Schritt nach vorn, und im selben Augenblick knallte die Stimme:
„À genoux!”
Alle fielen auf die Knie, mühsam zwar, doch rasch und fast gleichmäßig! Nur Miezi kam nicht herunter. Die Peitschenspitze züngelte herbei; trommelte an den Schienbeinen des kleinen Gäulchens umher, unausgesetzt wie Spechtgehämmer, aber das Kleine konnte nicht herabkommen. Es sank zur Hälfte und strauchelte und sprang wieder auf. Die Peitsche knallte heftig. Die anderen Tiere konnten aber solange nicht auf den Knien liegen und turnten auf. Wieder erschallte die erregte Stimme:
„À genoux!”
Glatt sanken die sechs Tiere, und Miezi blieb unterwegs hocken; die Peitsche trommelte.
„À genoux, à genoux!” trommelte die Peitsche von weit her, wo der Direktor stand. Sie trommelte wider die Beine, wider die Knie, sie kletterte an Miezi empor, bis an Hals und Augen, sie tickte an seine Ohren!
Plötzlich aber flog die Peitsche seitab in den Sand, die sechs größeren Tiere bogen nach dem Ausgang und durften hinterm Vorhang verschwinden, und nur Miezi blieb zurück!
Der Direktor bekam eine kurze Lederpeitsche, einen Riemen eigentlich, und trat zu den zwei Neulingen, zu Riesele und seinem Freund, hielt diese Peitsche steil vor deren Augen und sagte:
„Die Wünschelrute! Die Wünschelrute der Ordnunk, der Schönheit und alles Glückes!”