Er lachte dazu, und seine Augen und sein Mund verschwanden in einem Gemisch von tiefen Falten, die wie in Leder gezogen sein Gesicht zergeißelten.

„À genoux, à genoux, à genoux!” schrie er, indes er sich Miezi näherte, die unbeweglich stehen blieb, obwohl sie doch lieber fortgelaufen wäre! Er faßte ihren linken Vorderfuß, ihren Unterschenkel, bog ihn mit aller Kraft zur Erde, zog und drückte zugleich das winzige Körperchen nach unten, das willig folgte, wenn auch der Kopf ängstlich sich aufreckte, wie bei einem Kind, das man in den Fluß taucht. Ganz sachte berührte schließlich das zierliche Knie den Sand, und der Dresseur tat seine Hand weg. Jedoch sogleich federte Miezi in die Höhe. Aeußerst in Liebe ließ er die kurze Peitsche an seiner freien Hand herabhängen, streichelte den Unterschenkel wieder, sagte:

„Miezerl, Miezerl, Schnuckerl!” und bog und drückte wieder sanft und bestimmt nach unten. Wieder setzte Miezi keinen Widerstand und sank herab, indes ihr Kopf sich aufreckte.

„Muß ich den Kadett wieder durch den Kakao schleifen!” knirschte der Direktor.

Riesele stand an seinem Balken, straff alle Muskeln angespannt, und rührte sich nicht. Doch als Miezi wieder aufschnellte, zuckte es heftig zusammen wie von einem Schlag erschreckt. Der Fuchs regte sich nicht; er zerrte bisweilen an seiner Leine, um an einer Stuhllehne, die vor ihm stand, zu knuppern.

Der Dresseur aber nahm nun die kurze Peitsche in die andere Hand und schlug zweimal auf Miezis Rücken. Wieder schmeichelte er, wieder bog und drückte er den willigen Fuß zum Sande, wieder entfernte er die helfende Hand, und Miezi sprang auf. Wieder zuckte die Peitsche auf, aber diesmal legte sie nicht zwei Schläge auf den Rücken, sondern klatschte an die Seiten, an die empfindlichen Seiten, und das kleine Ding blieb stehen, ohne sich zu regen und ließ sich peitschen, und nur die Haut zuckte erschüttert nach den Hieben.

Riesele streckte den Kopf lang vor sich aus und schüttelte ihn.

Die Qual in der Manege begann wieder. Diesmal wollte sich das Knie nicht so bereitwillig beugen lassen, schien schon vor der umfassenden Liebkosung der Hand sich wehren zu wollen und gab erst nach, als ein Faustschlag es zwang. Die Augen des Dresseurs hoben sich von unten herauf zu Miezis Augen, und Miezi erkannte vielleicht die vielen Ruten in dem verhaßten Gesicht und streckte das halbgebeugte Knie wieder. Da ließ sich der Dresseur auf seine beiden Knie herab, schlug mit der kurzen Peitsche hinauf gegen Maul, Nase und Ohren, und das Tierchen hob sich auf die Hinterbeine, und seine überaus kindlichen Vorderhufe schwebten über des Dresseurs Schultern wie Trommelschlägel. Dieser zuckte auf, als seien diese Hufe gefährlich für ihn und schleuderte das Körperchen rücklings von sich, so daß es überstürzte und platt auf den Rücken plumpste!

Er stand, der Dresseur! Er schwang die kurze Peitsche hochauf, er ließ sie niedersausen auf den sich darbietenden Leib, holte mit dem Fuße aus und schlug den Fuß, der mit schweren Schuhen bekleidet war, dem kleinen Gäulchen in die Rippen, daß der leichte Körper ein Stückchen davonrutschte im Sand. Nochmals bohrte sich dieser Fuß in die Seiten, und der Ruck, den er verursachte, ließ das Tierchen aufspringen auf seine vier Beine.

Schaum spritzt von dem Pferdemund gegen den Dresseur, und dieser faßt das dünne Halfter, rafft alles Geriem zusammen in seiner großen Hand, zerrt Miezi etwas zu sich heran, murmelt vor sich hin: