„Gehste mir mit deiner Geste!” krisch die Frauenstimme, „du verdirbst mir mit deiner Kronprinzenmoral das ganze Geschäft! Ab!! Los!! Hol wieder dein Faß, alter Diogenes und deine Laterne, wenn ihr Witze machen wollt! Witze müssen rollen wie Erbsen aus dem Faß, müssen Knallerbsen sein und keinen Pulvergestank verbreiten! Los, ins Faß, alte Erbse, vertrockneter Diogenes!”
Der Direktor lachte aufdringlich, als wolle er glauben machen, seine Frau spaße, und dies Gespaß sei eher eine Liebkosung als ein Tadel, und er begann, laut nach seinem Faß zu schreien und klatschte dabei heftig in die Hände ... Das Faß rollte heran, der Dresseur verkroch sich!
X
Gleich am anderen Tage begannen für Riesele, das nunmehr Dauphin genannt wurde, die Dressuren im Sande der Manege. Dauphin freute sich darauf, war ordentlich stolz, konnte gar nicht abwarten, bis, da er angeseilt in der Hand des Direktors seinen sicheren Halt hatte, bis die lange Peitsche mit ihrem harmlosen Geknall den Befehl, zu marschieren, gab! Eine Kleinigkeit, eine Leichtigkeit, ein Kinderspiel, so im Kreise langsam und sicher zu schreiten, den Kopf ungezwungen hochzuhalten, immer innen an den abgerundeten Bretterkasten der Barriere entlang!
Wenn er anders laufen sollte, entgegengesetzt dieser Richtung, ha, so trat der Direktor etwas nach hinten, was man deutlich sah, und die Peitsche, deren Riemen da irgendwo im Sande lag, zuckte leicht auf!
„Changez!” sprach dann immer der Direktor! Das war nicht mehr mißzuverstehen!
Fertig, Dauphin! Abgeseilt, ein Stück Zucker in den Mund, hinaus aus der Schule, in den Stall zurück! Das war der erste Tag!
Lang ward die Zeit bis zum nächsten Morgen, und was brachte dieser Morgen? Nichts Neues, nichts Neues! Noch einmal und noch zum Überdrusse oft das alte Spiel mit „Changez!”