Dauphin, der in diesem Stück fast noch ein Neuling war, fiel zuerst auf die Knie und jubelte um sich her mit den Augen, ob er's vielleicht nicht schon am besten mache? Nacheinander und mit großer Mühe sanken die Genossen, aber die Miezi draußen kam nicht herunter! Die Peitsche trommelte an ihren Unterschenkeln, die Stimme des Direktors stieß wie aus Karnevalstrompeten an Dauphins Ohren vorbei und umher in allen erregten Tonlagen: sie kam nicht nieder, und die Reihe ward unruhig und konnte nicht länger unten bleiben.

„Auf! An die Plätze! Die ganze Familie!” donnerte der Dresseur, und sogleich schoß die Führerin nach der Barriere, und die übrigen folgten.

Miezi, gänzlich verwirrt, konnte ihren Platz nicht finden, lief neben, außer der Reihe, wollte sich erst vor Dauphin, dann hinter ihm eindrängen, und die Peitsche knallte umher, traf Dauphin, verzögerte seinen eiligen Schritt, und Miezi schob sich vor ihn und raste mit voran. Die Peitsche züngelte nicht mehr, surrte vielmehr von oben herab auf Miezis Kopf, immer heftiger, immer heftiger im rasenden Rundlauf.

Miezi feuert nach hinten aus, trifft Dauphin an den Kinnbacken. Dieser hat nicht Zeit, an den Schmerz zu denken, rast weiter in der wirren Runde, stößt gar den Kopf an Miezis Backen, um sie, das unglückliche Kind, aus der Reihe zu bringen, und im selben Augenblick springt ein Bursch herzu, packt Miezi am Halfter und zerrt sie zurück auf ihren Platz.

Daselbst aber fängt für Miezi erst recht die Drangsal an. Der Bursche rennt mit und haut unausgesetzt auf das Tierchen drein mit der kurzen Peitsche.

Der Führerin vorn an der Tete knirschen die Zähne, Dauphin trägt Schaum am Munde, die lange Peitsche knallt, die kurze klatscht.

Soll der tolle Wirbel nicht enden? Kann Miezi überhaupt noch mittollen? Lebt sie noch? Dauphin dreht im Laufen die Augen zu ihr hin, und sogleich schneidet die Peitschenschmicke über seine beiden Ohren. Laut kreischt der Dresseur, was man nicht mehr verstehen kann. Oft zischt das Wort: „So siehste aus!”

Plötzlich aber zerreißt Dauphin die Kette; die Peitschen verlassen die arme Miezi und stürzen sich auf Dauphin. Er spitzt nach dem Ausgang, er sieht, wie Miezi nunmehr ohne Tadel ihren Platz innehält und sucht auch den seinen wieder.

„So, so, so ist's gut, so ischt's guat!”

Des Direktors Stimme flutet in wohligem Wellenschlag durch das Zelt, bald hoch, bald tief, wie ein Lied, ein schmeichelnder Gesang!