Balthasar sagt kein Wort und ist still wie immer und hat die Hände auf dem Rücken liegen wie immer.

Am Horizonte des tierischen, vom Leide erregten Bewußtseins aber schnitt weiterhin gleich einer Sternschnuppe die Erinnerung an große Tage vorbei. Die Kinder vorm Kasernentor hatten Dauphins wirklichen Namen noch nicht vernommen, und Balthasar schritt wortlos neben Dauphins Kopfe. Niemand hatte seither Dauphin erkannt. Niemand wußte oder ahnte, wen er da eigentlich vor sich hatte.

Im Fortnicken berührte Dauphin bisweilen, wie er sonst nie getan, mit seinem Maule des Mannes schmutzigen Aermel; dauernd knapperte er an seinem Zaum herum, der ihm viel zu groß war, den Gott weiß welcher Klepper schon zerkaut hatte!

Sie hielten an einem Wirtshaus an, und Balthasar, der noch nie ein Wirtshaus aufgesucht hatte, ließ Dauphin mit seinem Wagen in den Schatten der Gartenbäume treten, die da in Reih und Glied, noch ziemlich jung, aufwuchsen, und trat in das Haus.

Nebenan saßen an einem Tisch zwei Arbeiter und vesperten.

Dauphin sah in einem von innen verhängten Schaufenster sein Bild und zog den Wagen sogleich hin, um sich näher zu betrachten.

Richtig, die Blesse! Die Blesse auf der Stirne leuchtete förmlich aus der dunkeln Scheibe: der Kuß der Königin, die Erinnerung an den glorreichen Tag Dauphins.

Und nun begann Dauphin sich wieder zu recken, ward größer, und seine Haut umstraffte die Rippen, und seine Augen füllten sich wie Königslogen in zwei erhabenen Halbkugeln mit jungem Glanz.

Er sah sich um: Es machte den Eindruck, als sähe er nach seinem ersten Direktor oder nach der Königin. Er sah, wie Kinder am Zaune des Biergartens gleich Soldaten exerzierten und sangen: „Wer will unter die Soldaten”, und: „Büblein, wirst du ein Rekrut”.

Da streckte Dauphin den Kopf wagrecht von sich und wieherte durch die breiten Nüstern und entblößte die Zähne, schüttelte den Kopf in der Längsachse und stieß seinen Freudenschrei aus, den alle hören mußten.