Er riß sein Seitengewehr heraus, schwang es in die Luft, deutete nach der Fahne, die auf dem Hauptgebäude flatterte, und schrie:

„Schwarz, weiß, rot! Was daran junkerisch ist, schwarz und weiß, das reißt ab! Was übrig bleibt, sei unsere Fahne: Das Rot der wahren Freiheit ... Versteht mich nicht falsch: Das Rot der befreiten Menschenliebe, die Farbe unseres Blutes, des Lebens, des heiligen Geistes, der in Flammen über uns kommen möge! Auf zur Tat! Auf zur befreienden Tat!”

Der Einäugige sprang von dem Tisch herab, und nun folgten ihm alle zum Tor hinaus, und auch Dauphin lief mit.

Am Kasernentor aber sieht Dauphin Balthasar, und Balthasar zieht das Gäulchen aus dem begeisterten Soldatenknäul und nimmt es wieder zurück in seinen neuen Alltag.

Jedoch dieser neue Alltag blieb wie der alte. Was ging Balthasar die Revolution an? Kehricht, Spülicht, ab und zu ein duftendes Pfuhl! Mit Fleisch versehen, mag sich, wer will! Ganze Länder gibt's, die sich nicht wollen revolutionieren lassen: was braucht Balthasar eine Revolution?

Dauphin aber, dem die Revolution also nicht bessere Zeiten zu bringen schien, hatte unverhofft Glück!


XVI

Er stand am Ladenfenster eines Herrenschneiders und träumte in das helle Glas. Weil er letzter Tage schon öfter dagestanden, indeß der Balthasar drinnen im Laden weilte, sah er mehr nach den goldenen Buchstaben des Schneidernamens als nach seiner Blesse.