Als er von ihr so fortgegangen war und in dem Raum nichts anderes mehr zurückgelassen hatte als seinen herrischen Unwillen, vermißte sie etwas. Es wäre ihr lieber gewesen, er stünde noch da. Ihre Vereinsamung wuchs um sie und schlug alle Grenzen ein. Eine Raumlosigkeit tat sich um sie auf, wie ein Abgrund, der mit saugenden Spektren sie hinablockte. Aber sie konnte nicht stürzen. Sie hing an einer dünnen Wurzel. Sie wußte: Diese Wurzel ist das Wenige, was mir aus meinem bisherigen Leben geblieben ist.
Sie wünschte, auch diese Wurzel möchte abreißen. Lieber hätte sie den ganzen Tod gehabt als das Schweben über dem Nichts.
*
Mabuse ging in seinem Zimmer hin und her. Er war ein gefangenes Tier, gefangen zwischen seiner Rachwut und Herrschsucht und dem Widerstand dessen, was draußen gegen sein Ziel lag. Es war etwas so Kleines wie die Erinnerungen, mit denen eine Frau an die Stunden gebunden war, die sie geheim oder vor Menschen mit ihrem Mann verbracht hatte. Aber weil es so wenig war, wuchs die Vernichtungsraserei so begehrend in ihm an, um es ganz zu zermalmen.
Spoerri kam. Er war als Soldat gekleidet. „Weshalb?“ fragte Mabuse unwirsch, vergaß aber gleich seine Frage und wollte etwas über Georg hören.
„Er ist in Schachen in der Villa. Er geht nicht aus. Er ist vorsichtig!“
„Was macht er?“
„Nachts hilft er das Kokainlager unter dem Gartenhaus nach der Schweiz hinüberbringen. Ich wüßte einen neuen Artikel, den sie drüben abnähmen. Äther!“
„Weshalb Äther?“ fragte Mabuse.
„Man beginnt es zu konsumieren.“