Die Bürgermeister sämtlicher Ortschaften in der Nähe wurden angefragt nach einer Villa dieses Namens. So hatte man bald herausgefunden, daß in Schachen es eine Villa Elise gab, die von der Polizei bewacht wurde.

Es wurde sofort Wenk gemeldet. Er fuhr nach Lindau. Die beiden Beamten, die die Straßenwalze führten, hatten festgestellt, daß Poldringer am Tage, an dem Pesch ins Gefängnis gebracht worden war, Schachen mit einem Rad verlassen hatte. Er war erst nach drei Uhr in der Frühe zurückgekommen.

Da setzte es Wenk durch, daß zwei Motorboote auf den See gelegt wurden. Man gab ihnen den Schein, als gehörten sie zu den Zoll-Überwachungsbooten. Sie wurden mit Scheinwerfern ausgestattet.

Es war wieder ein Menschenleben draufgegangen. Aber der neue Mord hatte Weiteres verraten ... viel Gefährlicheres, als man bisher wußte. Es war zweifellos, daß die Bande sich auch mit Schmuggel befaßte; man sah auch, daß unsichtbar zwischen dem Leben und Treiben der Mitmenschen diese Kraft des Bösen einen Staat für sich gebildet hatte, der von ihm und der für ihn lebte und seinem Willen Tat angedeihen ließ.

Pesch hinterließ eine Frau mit fünf Kindern. Da das Vermögen eingezogen wurde, waren sie dem Elend preisgegeben.

Wenk ging zum alten Hull, um dessen Hilfe für diese zu erbitten, und sagte ihm in einem raschen Einfall: „Ein Erziehungsheim für Kinder von Verbrechern gründen ... unter einem verbergenden Namen ... das wäre vielleicht eine gute Anlage für Ihr Geld. Man kann die Kinder, auf die sich ja öfter die Eigenschaften der Väter weiter vererben, von klein an beobachten, ihre Neigungen erkennen, bessern, wenn es geht, oder wenn es nicht geht, der menschlichen Gesellschaft diese Elemente fernhalten ... noch bevor sie die Gesellschaft geschädigt haben. So würde von vornherein ein großer Teil der Verbrecher unschädlich gemacht und viele Menschen gerettet ...“

„Ich will das tun,“ sagte Hull. „Ich danke Ihnen.“

*

Am selben Abend ging Wenk durch die Marstall- auf die Maximilianstraße. Als er am Vier-Jahreszeiten-Saal vorbeikam, war ihm, als sähe er in der Menge von Menschen, die in den Eingang sich drängten, einen Bekannten. Aber er kam nicht drauf, wer es war, und ging gleich weiter. Er durchforschte sein Gedächtnis im Gehen, wem dieser so auffallende bekannte Rücken wohl angehören möchte. Er fand aber die Person nicht zurück.

Gleich nachher kam er an einem Schaufenster vorbei, in dem ein Plan der Klassenlotterie hing. Eine fette Schrift war im dunkeln Fenster zu erkennen. Das Wort „Spielerglück!“ stach aus ihr hervor.