Sie hörte einen Ruf nahe. „Anhalten!“ schrie nochmals eine Stimme aus dem zweiten Ton heraus, der so wollüstig in ihr Ohr gesaugt lag. „Anhalten!“ ...
Eine Kugel zwitscherte. Ein Knall zerspellte die Luft.
Georg schoß zurück. Das Boot schwankte auf. Aber dann hatten es plötzlich zwei hohe Dämme eingefaßt. Wo war der See? Wo war die weite Nacht? Es rauschte. Es kämpfte gegen die Frühjahrswasser des Rheins.
Der Scheinwerfer war verschwunden. Eine sachte, milde Grauheit hob die Flut und die Dämme aus der Finsternis. Sie waren glatt wie Eisenbalken. Eine Brücke stellte sich quer über sie. Der Schall des Motors schoß von ihrem Gewölbe herab auf sie nieder.
Da schlug eine fremde Kraft die Gräfin zu Boden. Das Boot bohrte sich mit einem rasenden Schlag hinten in die Höhe. Aber die Frau wurde aus dem Niederstürzen aufgefangen. Etwas nahm sie hoch. Das fühlte sie noch. Etwas lief. Schreie erstickten in einem roten Nebel.
*
Georg lag an Land. Er hatte einen Arm gebrochen. Er hob mit der gesunden Hand den Polizistenhelm auf und stülpte ihn auf seinen Kopf. Er war von dem Fall leicht betäubt. Aber er hätte fortlaufen können. Dennoch blieb er liegen.
Es dauerte nicht lange, so sah er zwei Revolver auf sich gerichtet. Zwei elektrische Laternen brannten ihre Kreise in seine Augen. „Es ist der mit der Uniform!“ sagte eine Stimme.
Georg blieb ruhig. Er wurde vom Land in ein Boot gerissen, an eine Bank gefesselt. Ein Motor setzte an. Das Fahrzeug raste auf der Strömung hinab. Es fuhr quer dann über den See nach Schachen zurück.
Der Tag begann, als sie Georg den Holzsteg hinaufschleppten. Sie zogen ihn in die Villa hinein und schlossen ihn in einen Raum, der vergitterte Fenster hatte und aus dem er nicht hätte fliehen können, selbst wenn nicht zwei Männer bei ihm geblieben wären.