Ihr war, als löste sich ein Stein, der ihr Herz eindeckte, langsam in eine breiige Masse auf. Sie gab sich diesem Vorgang, der halb außer ihres Bewußtseins lag, immer heftiger hin. Sie erkannte immer deutlicher, was in ihr zu geschehen im Begriff war. Da schrie sie auf einmal, sprang auf und stellte sich gegen Mabuse: „Jetzt aber! ...“
Und hörte den verfolgenden Ton von See und Nacht über sich herfallen wie ein Glück, das außer Rand und Band geraten war. Sie saugte sich mit den Ohren und mit dem Herzen an das leichte, süße Geräusch ... Sie spürte, wie es sekundenweise stärker wurde. Sie verstand:
Der Verfolger fuhr rascher als sie, kam näher ...
„Was ist: jetzt aber?“ rief Mabuse sie heftig an. „Schweig’ und setz’ dich!“
„Was ist das für ein Ton ... dort?“ fragte sie mit einer singenden Stimme.
„Der Tod ... vielleicht!“ sagte Mabuse ruhig zurück.
„Für dich!“ schrie die Frau über das kreischende Heulen des aufgewühlten Wassers in sein Gesicht. „Ich darf dich abschütteln! Ich werde gerettet vor dir! Der Werwolf wird gefangen. Deine Macht über Menschen und über mich ist aus!“
„Das will ich dir zeigen,“ raunte Mabuse ihr zu, sich dicht über sie bückend.
Dann geschah es, so rasch, daß sie kaum auseinanderhielt, was vor sich ging.
„Georg!“ rief Mabuse. Nur dies eine Wort. Dann zog er sich die Polizistenuniform von den Kleidern und warf sie hin, und schon hatte Georg sie angezogen und stand neben der Gräfin, sich dem Licht des Scheinwerfers preisgebend, Mabuse aber am Steuerrad.