„Denken Sie sich bitte eine Farbe und schreiben Sie sie auf einen Zettel. Zeigen Sie ihn Ihren Nachbarn!“
Die Fürstin überlegte. Dann schrieb sie: Die Farbe des Amethysts in Herrn von Wenks Ring! Sie gab Wenk den Zettel.
Weltmann brauchte eine Weile. Dann sagte er zögernd: „Es ist eine Farbe, die Sie in Ihrer Nähe ausgesucht haben. Sie ist aber unentschieden. Sie ist durchsichtig, also wahrscheinlich von einem Stein. Ich kann nicht genau sagen, aus welchen beiden Farben sie sich zusammensetzt. Violett ist dabei!“
„Heben Sie Ihren Ring ins Licht, Herr von Wenk,“ bat die Fürstin, und man sah, daß der Stein sich wirklich von einem dunklen Violett in ein durchsichtiges Blauweiß umfärbte.
„Welchen Herrn nannte die Fürstin?“ fragte Weltmann.
„Meinen Nachbar, den Herrn von Wenk!“
„Mein Herr, Sie haben,“ sagte Weltmann fast ohne Besinnen, ja, nur einen ganz kleinen Ruck hatte Wenk seinen Kopf machen sehen, „in Ihrer Brusttasche rechts Ihre Brieftasche. Darin befinden sich zwei Tausendmarkscheine, Ausgabe 1918, Serie D, Nr. 65045 der eine und der andere Serie E, Nr. 5567. Soll ich fortfahren, oder wollen Sie zuerst kontrollieren, ob es stimmt?“
Wenk griff lächelnd nach der Tasche. „Nein,“ sagte Weltmann, „ich habe die rechte Tasche gemeint, nicht die linke. In der linken haben Sie Ihren Browning, Fabrikmarke von Serraing, Herstellungsnummer 201564.“
Nun sah Wenk betroffen zu Weltmann hinauf. Denn es war wahr. Er hatte in der linken Brusttasche seinen Browning, und der war von Serraing. Man beugte sich von allen Seiten zu ihm. Die Fürstin neigte sich herüber. Er roch das Parfüm ihres Puders. Sie sagte: „Nun, Herr von Wenk?“
Der Suggestor lächelte auf ihn herab und sagte noch: „Sie können den Revolver unbedenklich herzeigen. Sie haben ja in einem anderen Fach Ihrer Brieftasche den Waffenschein, der Ihnen das Tragen der Waffe erlaubt. Er ist in München erneuert worden am ersten Januar 1921. Er hat die Nr. 5. Sie haben es eilig gehabt, sich einen Waffenschein ausstellen zu lassen.“