Weltmann sagte von der Bühne herab: „Weil Sie so unvorsichtig sind, einen nicht gesicherten Browning in der Tasche herumzutragen! Bitte,“ wandte er sich in den Saal, „vorlesen, was ich auf den Block geschrieben habe!“

Jemand las vor: „Der Baron soll die erste Reihe abgehen, Stuhl für Stuhl, und wo jemand einen unentsicherten Browning in der Tasche hat, diesen herausnehmen und sich seitlich damit aufstellen.“

Man klatschte. Weltmann, mit einer kurzen Handbewegung, verbat sich das. Er hielt mit Schreiben ein, reichte der Fürstin den Block hinab und setzte sich zu den Spielenden.

„Seite eins!“ sagte er der Hausfrau.

Sie las es für sich, hielt dann ihrem rechten Nachbar den Block hin und schaute gespannt auf die Bühne. Dort ging folgendes vor sich:

Der Suggestor gewann Spiel auf Spiel. Manchmal schaute er fort vom Tisch, und es war dann Wenk, als zwinkerte er ihm zu, heraufzukommen. Wenk wußte wohl, es war eine Täuschung. Irgendein Licht, das sich so sonderbar in Weltmanns Auge brach, mußte schuld daran sein. Aber er fühlte sich dennoch beunruhigt. Es nistete sich dann, immer stärker drängend, bei ihm die Vorstellung ein, hinaufzugehen und dem Mann von nahe in die Augen zu schauen, um sich zu versichern, daß die blinzelnden Blicke nicht ihm galten. Aber das wäre ja närrisch! sagte er sich.

Er versuchte, den Zwang von sich abzuschütteln.

Plötzlich, ohne daß ein Wort gesprochen worden wäre, lehnte sich einer der Spieler zurück und sagte mit kurz aufbellender Stimme, wie laut aus einem Traum sprechend: „Was habe ich jetzt getan? Ich hatte einundzwanzig. Da hat jemand gesagt mit meiner Stimme: Ich habe wieder nichts!“

Er griff seine weggeworfenen Karten wieder auf und zeigte ein As, einen Buben und einen Zehner.

„Zu spät!“ sagte Weltmann, der Bankhalter.