Von einem Fieber gepackt, schob er durch die Menschen ihm nach ins Theater hinein. Er sah, daß er den Fremden im Foyer überholte. Dann wartete Wenk mitten zwischen Menschen, drehte sich auf einmal um, als der andere bei ihm angekommen sein mußte ...
Aber Wenk sah ein breites, bartloses Gesicht mit einem brutalen Mund und brennenden großen Augen. Es war ihm fremd. Und fremd und gleichgültig schauten ihn die großen Augen an. Wenk, zornig und enttäuscht, drückte sich beiseite und wollte wieder hinaus zu seinem Auto.
Einige Verspätete hasteten um ihn herum zur Garderobe. Es war genau acht Uhr, und die Klingeln gingen zum Zeichen des Beginns. Wenk malte sich in diesem Augenblick aus, was für ein Taumel es für ihn geworden wäre, und was für ein Aufsehen es erregt hätte, wenn er ihn mitten aus den Menschen heraus verhaftet hätte.
Unfähig, sich von dem enttäuschenden Fremden zu trennen, wandte er sich noch einmal um. Er sah, wie sich der andere gerade aus einem Rudel Menschen trennte, die in den Saal stoben, und ruhig nach der linken Seite der Logen ging. Dort waren die fünf Parterrelogen. Das wußte Wenk. Da entschloß er sich kurz und kaufte einen der Logenplätze. Er bekam den letzten. In jeder Loge waren fünf Sitze, sah er auf dem Plan.
Er ging zu seinem Auto zurück, schmuggelte sich hinein, kleidete sich drin in den Frack, telephonierte vom Theaterbureau seinem Chauffeur, das Auto holen zu kommen, und begab sich zu den Logen.
Es war dunkel, als er eintrat. Er versuchte gleich, in dem ungewissen Licht die Gesichter zu unterscheiden und den Fremden herauszufinden. Aber er fand ihn nicht.
Als die Nummer vorbei war und das Licht wiederkam, gelang es ihm jedoch ebensowenig, den Fremden unter den zwanzig Herren und Damen zu finden, die in der Loge saßen. Das war durchaus unglaubhaft. Der Flur führte nur auf die fünf Logen. Die Logen waren über mannshoch höher als der Saal.
Wo war jener Mann hingekommen?
Von einem Argwohn erfaßt und unruhig eilte Wenk auf die Straße, um zu schauen, ob das Auto des Fremden noch da sei. Ja, es stand noch da. Gott sei Dank!
Wenk atmete auf und wollte zu seinem eigenen Fahrzeug gehen und in ihm abwarten, wohin der fremde Wagen später fahren werde. Da sah er, daß der Wagen auf einmal eine Taxameteruhr hatte. Er hatte sich vorhin das Auto genau angeschaut. Es hatte bestimmt keine Uhr gehabt.