„Wenn ich eine Peitsche hier hätte, würde ich Sie durchprügeln. Zehn Minuten sind fünfzehn Kilometer Vorsprung vor einer Verfolgung, Sie Esel! Sie verdienen in dieser Nacht zweitausend Mark von mir.“

Der andere entgegnete frech: „Und Sie mit meiner Hilfe zwanzigtausend!“

Mabuse: „Schwachkopf — fünfhunderttausend! Das geht Sie jetzt nichts an. Es ist nur, um zu sagen, wer hier Herr und wer Knecht ist.“

Der andere: „Sie sind nicht mein Herr!“

Da bäumte Mabuse sich auf. „Ich bin nicht ... sagen Sie!“ Er brüllte: „Doch! Sie können heimfahren. Ich brauche Sie nicht mehr. Nie mehr!“

Er wandte sich schon in sein Auto hinein. Da sagte er noch hastig und drohend: „Sollten Sie etwa Lust verspüren, eine anonyme Anzeige zu versenden, so wissen Sie, daß in einem Wald eine Tanne wächst. Bis der Strick vermorscht und Sie in Ihren eigenen Dreck fallen läßt. Wie der Kollege Haim. Fahren, Georg!“

Das Auto stürzte weiter.

In der Gegend von Bad Schachen, wo Villen mit üppigen Anlagen Automobile unauffällig machten, war ein Parktor offen, und ohne sich zu besinnen, fand Georg den Weg in die schwarze Allee, die zur Villa führte. Die Lichter waren gelöscht.

Spoerri kam, noch während Mabuse und Georg an der Haustür standen.

Als Mabuse aufschloß und im Flur das Licht andrehte, sah er, daß Spoerri in der Tracht eines Mönches war. „Es ist nebensächlich,“ sagte Spoerri. „Ich mußte heute rasch in die Schweiz hinüber, und drüben im Rheintal ist die Kutte besser als ein ungefälschter Grenzschein. Der letzte von mir liegt in St. Gallen. Sie wissen ja, daß ich dort vorzeitig abreisen mußte. Ich hatte aber bei Xaver die Listen. Die brachte er mir heute nach Altstätten. Das kann man doch nicht mit der Post schicken, heutzutage.“