Georg lief voran. Drei Männer arbeiteten in der Finsternis. Dann stiegen Mabuse und Spoerri ein, und das Boot fuhr gleich los. Es fuhr vorsichtig unter der niederen Nacht. Kaum wagte der Motor zu pusten. Leis schütterte die Kabine, in der Mabuse sich in seinen Pelz hüllte. Dann ging er auf die hintere Plattform hinaus und dann ungeduldig zum Motor nach vorn.
Als sie eine Weile fuhren, horchte er hinaus. Es war ihm, als hörte er einen Lärm. Der Lärm perlte durch die Geräusche des eigenen Bootes an sein Ohr. „Halt!“ befahl er.
Georg stoppte. Da verging der Lärm draußen. Man fuhr wieder an. Es geschah alsbald, daß auch der Lärm auf dem See um sie von neuem klang ... bald rechts, bald links ... Mabuse ging auf die Plattform, wo das Geräusch des Motors weniger stark war. Da hörte er es ganz deutlich.
Wir sind verfolgt oder wenigstens beobachtet, sagte er sich. Ist das schon der Staatsanwalt Wenk? Ruhig und trotzig bereitete er seine beiden Pistolen. Er überlegte, was er tun sollte, wenn ihn die Verfolger anriefen. Er bemühte sich, in der Finsternis die kleine Flagge zu erkennen, die am Heck der ‚Rhein‘ flatterte. Aber es war zu dunkel.
„Spoerri!“ rief er leise in die Kabine.
Als Spoerri kam, fragte er: „Als was fahren wir? Horchen Sie, wir sind verfolgt!“
„Nein, nein,“ sagte Spoerri, „wir fahren als Schweizer Wachtboot. Ich habe Warnung, daß die Deutschen heute mobil sind. Da habe ich die drei anderen Boote herbeordert. Eines fährt hinter uns, die beiden anderen rechts und links. Es käme niemand durch. Wir sind schon im Schweizer Fahrwasser.“
„Wieviel verdienen Sie im Jahr bei mir, daß Sie soviel Sorge um mich haben?“ fragte Mabuse mit einem gehässigen Ton.
„Genug!“ antwortete Spoerri. „Aber es ist nicht deshalb.“
„Es ist aus Liebe!“ geiferte Mabuse. „Wollen Sie mit mir schlafen gehen? Oder ist es die reine Nächstenliebe, die seit dem Kriege euch Schweizern so gut steht?“