„Also fünfzig Schweizer Franken. Sie müssen es haben. Keinen Rappen nachgeben!“
Es pfiff im Sprachrohr unter dem Tisch. „Ja, Georg,“ rief Mabuse hinein. „So ... gut. Die ‚Rhein‘ ist da, Spoerri. Georg, Sie steuern. Die Wertpapiertasche nicht vergessen. Schluß! Sie reisen doch ohne jede Gefahr nach Zürich, Spoerri?“
„Sobald ich über die Grenzkontrolle bin, ja! Ich reise dann weiter als Pater.“
„Wenn Sie mit der ‚Rhein‘ fahren, brauchen Sie doch keine Grenzkontrolle, Sie übernehmen die Aktentasche und bringen ihren Inhalt auf meine Bank. Konto: Ingenieur Salbaz de Marte. Hier ist die Liste: eine Million Deutsch-Luxemburger, zwei Millionen Deutsch-Überseer, fünfhundert Stück Tausendmarkscheine. Diese gleich in Milreis umwechseln. Es ist günstiger als über Dollars oder Schweizer Franken. Benachrichtigen Sie Doktor Ebenhügel, daß neue Papiere im Depot sind. Ich lasse ihm sagen, die erste Konjunktur benutzen und verkaufen, gegen Milreis ... Es ist noch eine schwierige Sache zu erledigen: die Ablösung der Leute am Bodensee, die für mich tätig waren. Wenn sie verdienstlos werden ...“
„Viele wollen sowieso nicht mehr mitmachen,“ sagte Spoerri.
„Ich weiß. Das sind die, die satt geworden sind. Sie sind nicht zu fürchten. Sie haben sich mit meiner Hilfe ihre Häuser schuldenfrei gemacht. Aber die Not zwang mich manchmal wahllos zu sein. Alle, die kein eigenes Haus haben, nicht aus den Augen lassen! In Konstanz ist das Pulverfaß. Da wohnen die jungen Burschen. Wenn wir ihnen den üppigen Verdienst entziehen, sind sie plötzlich nichts mehr als Gauner, sitzen in acht Tagen im Gefängnis und reden in der Wut. Sprechen Sie noch mit Georg darüber, was dort zu machen ist. Er soll morgen hin. Am sichersten wäre, sie in die Fremdenlegion abschieben. Gehen Sie Magnard aufsuchen, sobald Sie von Zürich und Meran zurück sind. Auf das Kopfgeld verzichten Sie natürlich nicht. Sie geben es Georg, damit er es unter die Betroffenen verteilt ... Beauftragen Sie Böhm, die drei Motorboote zu verkaufen, die wir außer der ‚Rhein‘ noch auf dem See haben. Der trägt noch immer an der Mütze die Fassade des Königlich Württembergischen Yachtklubs. Darunter geht das unauffällig. ‚Rhein‘ bleibt in der Nähe, für alle Fälle. Das Boot kann sechzig Kilometer machen, wenn es ihm aufs Steuer brennt. Wir gehen!“
Georg wartete draußen. Die drei Männer tasteten sich durch die Dunkelheit des Parks zum Steg. Sie hörten schon den Motor leis atmen.
„Man hat meinen Befehl ausgeführt: Es ist nichts an Bord?“ fragte Mabuse.
„Außer dem Cer-Eisen, nichts!“
„Hinaus damit. Ich bin kein Alteisen-Trödler!“