Nach einer Weile beugte sie sich auf dem Polster etwas zu ihm herüber und sagte leise und mit einer spielerischen Eindringlichkeit: „Ich war an dem Abend hier, als Basch verlor!“

„Ich weiß ja,“ antwortete Wenk befremdet und fragend.

„Da haben Sie auch gespielt, Herr Staatsanwalt.“

„Nun ja, ich habe gespielt. Ich sagte das ja eben!“

„Ja, ich meine, da haben Sie gespielt! Am ersten Abend, als Sie mit Hull kamen, haben Sie auch gespielt. Aber das war nicht gespielt. Und am Abend mit dem alten Professor, weiß ich nicht recht, da war eine atmosphärische Störung ... Nicht wahr?“ fragte sie auf einmal mit einer schmelzenden und ganz damenhaften Liebenswürdigkeit.

Wenk war betreten. Er fragte zurück: „Am Abend mit dem alten Professor? Mit welchem alten Professor?“

„Als Sie als Ihr Onkel aus der Provinz kamen,“ lächelte sie schelmisch.

Da sah Wenk ein, daß sie ihn erkannt hatte. Er machte ein enttäuschtes Gesicht. Aber sie bat ihn, nicht darüber traurig zu sein, daß sie ihn erkannt habe.

„Sie waren gut maskiert,“ sagte sie. „Aber ich konnte nicht glauben, daß in München zwei solcher kleinen süßen Affen auf einem Pfirsich seien, die ein chinesischer Steinschneider aus einem Amethysten gezaubert hat. Der Ring hatte mir das erstemal, als ich ihn sah, zwischen den dummen Brillanten an den dummen Männerfingern so wohlgetan.“

Wenk blickte sie abwartend an. Wer war sie? Sie fuhr dann fort: „Daß es nämlich auch in unsern Kreisen“ — wobei sie rund um den Tisch blickte — „Männer gab, die so etwas wie Geschmack hatten ...“