„Ihre sprudelnde Ironie,“ entgegnete Wenk, auf ihren Ton eingehend, „verlangt wohl kein Nein oder Ja! Schon daß Ihnen mein Ring auffiel und daß Sie seine Heimat so richtig schätzen, verlegt auch Sie in andere Kreise als die, in denen Sie sich zeigen.“

„Ich war Stewardeß auf einem Ostasiendampfer. Aber der Krieg hat uns ja nun Schiffe und Beruf weggenommen!“

„Darf ich Ihnen dann das Kompliment machen, daß Sie sich von Ihrem früheren Beruf lobenswert fortentwickelt haben?“

„Ich bin nicht dumm!“ lächelte sie.

„Es gibt nichts, was unnötiger zu versichern wäre, Frau Gräfin.“

Da gab es einen ganz kurzen Augenblick im Auge der schönen Frau, in dem es wie unmerklich gestaut in ihm stillstand. Hatte er gewußt, wer sie war? Hatte er ein wenig mit ihr spielen wollen, und wird er jetzt sich dick tun mit seinem Wissen, daß sie an solchen Orten heimlich verkehrte?

Wenk lachte heraus: „Oder kommt Ihr mit der Krone verziertes Taschentuch aus dem Koffer einer nach Ostasien gereisten Gräfin? ... sagte Sherlock Holmes. Wir sind quitt, Gnädigste. Wir wollen beide uns bessern und vorsichtiger sein, wenn wir unter die Sterblichen gehn. Ich stecke einen dummen Brillanten an den Finger. Sie sticken ein Monogramm ohne Krone in Ihre Taschentücher, Frau Gräfin ...“

Sie machte erregt: „Pst!“

„Aber auch dies Mimikry wird nichts nutzen!“

„Ich verstehe Sie nicht!“