„Sie wollen mich zwingen, Ihnen Schmeicheleien zu sagen. Ich suche vergeblich nach einer Fabel, um meinen Gedanken ein Kleid zu geben, das erlaubt, Ihnen unter einem Symbol zu sagen, daß man die ‚Gräfin‘ nicht in sich unterdrücken kann.“

Gleich wird er mich zum Souper einladen! Er will ein Abenteuer mit mir! sagte sie sich. Sie fühlte sich dadurch sehr aufgeheitert. Sie war hierher das Lebensüberschuß stillende Abenteuern um nichts suchen gekommen, unter ihrer Maske, und fand einen Staatsanwalt.

„Den Umweg über Schramms hätte ich dazu nicht nötig gehabt!“ lächelte sie bei sich.

Am Tisch ging das Spiel heute ohne Sensation. Sie beschloß den Seitensprung zu machen, wenn der Staatsanwalt dorthin mündete.

Sie sagte ihm spöttisch: „Sie vermögen Ihre Schmeicheleien in eine so gute Maske zu kleiden wie sich selber, Herr Staatsanwalt. Ich muß sie annehmen, da Sie mich unerkannt überrumpeln.“

„Ich meine nur,“ beharrte Wenk, „auch die Entfernung der Krone von Ihrem Monogramm entfernt nicht, um ein beliebtes Wort zu gebrauchen, den Adel von Ihrer Stirn.“

„Ich hoffe, Sie maskieren sich noch immer!“

„Als entzückter Leser sentimentaler Romane, meinen Sie. Allerdings, Gnädigste ... Aber ist dies der Ort, unser Gespräch fortzusetzen, das vielleicht sich nach einer ernsteren Wendung sehnt?“

Sie antwortete und blickte ihn dabei von oben an, hochmütig und überlegen: „Das will sagen, Sie laden mich zum Nachtessen ein!“

„Das wollte ich eigentlich nicht sagen, weil ich es nicht wagte,“ wandte Wenk rasch ein, da er sie erkannte. Er spürte, sie meine, er wolle ein Liebesabenteuer mit ihr einfädeln. Mit dem üblichen Weg über das Nachtessen mit Champagner. Jetzt darf ich, sagte er sich, um sie zu gewinnen, ihre Meinung nicht ganz täuschen und zugleich aber auch nicht ihre Vermutungen erfüllen, und da sie mich erraten zu haben glaubt, ihr dann das Gefühl einer Überlegenheit über mich lassen. Sie darf mich nicht als dummen Kerl ansehn. Das Taschentuch mit der Krone scheint echt zu sein. Wegen Geldes kommt sie nicht. Denn sie spielt nie. Also bringt sie einer der Anwesenden her oder irgendein Abenteuer, das ich herausfinden muß. Was es auch sei, ich muß, um sie mir zu gewinnen, stärker sein als das Ungewöhnliche, das sie hierher führt.