„Was tat die Frau in dieser Zeit?“
„Der zweite Kollege ging mit ihr zur Wache!“
„Unterbrechen Sie Ihre Erzählung, Herr Stamm, bis ich mit diesem gesprochen habe. Wie heißt er? Halten Sie sich weiter bereit, nicht wahr? Und kein Wort über den Vorfall außeramtlich erzählen, auch nicht Ihrer Frau. Sie geben mir Ihr Ehrenwort!“
„Jawohl, Herr Staatsanwalt. Der Kollege heißt Wasserschmidt.“
Wasserschmidt kam. „Sie haben eine Frau in der Nacht verhaftet, die bei dem Überfall auf die beiden Herren dabei war?“ fragte Wenk. „Weshalb taten Sie das?“
„Weil Polizist Stamm sagte, der eine der Überfallenen habe es ihm zugerufen, bevor er ohnmächtig wurde. Und auch der Kollege Boß hat mich dazu aufgefordert.“
In diesem Augenblick ging das Telephon des Amtszimmers in der Kriminalpolizei, in der Wenk diese Berichte entgegennahm. Wenk nahm den Horcher. „Bitte?“ fragte er.
„Hier Nachtredaktion der Anzeigen! Es wird uns soeben von einem Mord berichtet ...“
„Einen Augenblick,“ rief Wenk aufgeregt zurück. „Wer hat Ihnen das berichtet?“
„Ich kann Ihnen das sagen, ohne das Redaktionsgeheimnis zu verletzen, denn es geschah sozusagen anonym. Es klingelte an der Nachtglocke. Ich ging ans Fenster und sah einen Mann sich entfernen. Er rief herauf, als ich öffnete, und fragte, was denn los sei ... ‚Im Briefkasten!‘ Da ging ich hinunter, und es lag ein Brief im Kasten. Da stand es drin.“